Bald jährt es sich zum 46. Mal, dass der erste Mensch auf unserem Mond stand. Doch trotz der seit Jahrzehnten laufenden Erforschung des Trabanten birgt er immer noch viele Rätsel. Beispielsweise vermerkten Astronauten der Apollo-Missionen 15 und 17 merkwürdige Leuchtereignisse am Mondhorizont, kurz bevor die Sonne aufging – und mutmaßten, dass Staubwolken dafür verantwortlich sein könnten. Erst jetzt bestätigen Wissenschaftler um Mihaly Horányi von der University of Colorado Boulder, dass unser Begleiter tatsächlich dauerhaft von einer asymmetrischen Staubhülle umgeben ist. Die Forscher hatten Daten der LADEE-Mission der NASA ausgewertet, die bis April 2014 mehrere Monate lang die Atmosphäre und den Staub des Mondes beobachtet hatte. In dieser Zeit erfasste die Sonde rund 140 000 Staubteilchen, die zumeist von Kometen stammten und auf dem Himmelskörper einschlugen. Sie prallten mit einer derart hohen Geschwindigkeit auf die Oberfläche, dass sie dabei jeweils tausende weiterer Körnchen aufwirbelten.

Sie füllten letztlich die Staubwolke, die in wechselnder Dichte den Mond umgibt. Besonders intensiv tritt sie während der jährlichen Geminidenschauer im Dezember auf, wenn unzählige Kometenpartikel die Erde passieren. Derartige Staubwolken kannte man bislang nur von den Gasriesen Saturn und Jupiter, konnte sie jedoch noch nicht bei felsigen Himmelskörpern nachweisen – obwohl sie gerade dort gängig sein dürften. Die Leuchterscheinungen, welche die Astronauten in den 1960er Jahren bemerkten, dürfte die Staubwolke dennoch nicht hervorgerufen haben: Sie befindet sich zu nahe an der Mondoberfläche und erreicht nicht die dafür nötige Dichte. Die Bedingungen müssten damals also andere gewesen sein, so Horányi, der dafür also auch noch keine Erklärung hat. Der dunkle und recht haftfähige Mondstaub sammelte sich über Milliarden Jahre hinweg an, weil sich kosmischer Staub unaufhörlich auf dem Mond niederschlug.