SzeneNews | 19.12.2007 | Drucken | Teilen

ESA feiert 40 Jahre Weltraumkontrollzentrum

Der Name "ESOC-Darmstadt" hat in der Welt der Raumfahrt mittlerweile schon fast die Bedeutung von Mission Control Houston der NASA. Am 18. Dezember feierte das ESOC den vierzigsten Jahrestag seiner Gründung und veranstaltete dazu eine eindrucksvolle Show im neuen Kongresszentrum "Darmstadtium".
  ESOC-Kontrollraum Ende der 1960er Jahre
Weit mehr als tausend Gäste drängten sich am Abend des 18. Dezembers auf den Gängen und dem großen Saal des "Darmstadtiums", dem Veranstaltungsort der Jubiläumsfeier. Die Europäische Weltraumagentur hatte zur Feier geladen und eine Menge Prominenz aus Raumfahrt und Politik folgte dem Ruf. So waren zum Beispiel der Astronaut Thomas Reiter, der ESA-Chef Jacques Dordain und der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Johann-Dietrich Wörner, anwesend.

Aus der Politik kamen der Staatssekretär Joachim Wuermeling vom Bundeswirtschaftsministeriums, der Grußworte der Bundesregierung und seines Ministers überbrachte und der Ministerpräsident des Landes Hessen, Roland Koch, der die Verbundenheit Hessens mit der ESA und dem ESOC betonte.

Neben den Grußworten wurde aber auch einiges für Auge und Ohr geboten. In einer launigen Live-Show mit Filmeinspielungen wurden die Aufgaben der ESA und des ESOC präsentiert, darunter die Klimaforschung mit Satelliten, Navigationssysteme der neuesten Generation mit Galileo und natürlich die Weltraumforschung und die Erkundung unseres Planetensystems mit Raumsonden. Der Kölner Kabarettist Christoph Brüske präsentierte Errungenschaften der Raumfahrt, wobei er karikierend die Teflonpfanne und andere Pseudoprodukte aus der Raumfahrt wie Matratzen, Deozerstäuber und ähnliches präsentierte. Den Höhepunkt seiner Darbietung bildete eine gesungene Homage an das ESOC nach der Melodie des Liedes "New York, New York" von Frank Sinatra.

Eine zweiter Höhepunkt war die Präsentation eines 3D-Films über die Erforschung des Sonnensystems und des Universums mit Hilfe von Satelliten und Raumsonden der ESA. Im Film begaben sich ein junges Mädchen und ein ESA-Astronaut auf eine fiktive Reise durch das Sonnensystem, wobei an eindrucksvollen Aspekten wie einer begleitenden Lasershow nicht gespart wurde. Besonders beeindruckend war der aus vielen Blickwinkeln zu sehende tosende Start einer Ariane-5-Rakete, in dieser Kinoqualität war ein Raketenstart bisher nur beim Space Shuttle zu sehen. Auf mittlere Sicht möchte die ESA diesen Film der allgemeinen Öffentlichkeit in den jeweiligen Landessprachen zugängflich machen.

Pünktlich zum Fest brachten die Politiker noch ein Geschenk für das ESOC mit, Staatssekretär Wuermeling und ESA-Direktor Dordain unterzeichneten einen Vertrag für eine 9200 Quadratmeter große Erweiterungsfläche, die sich unmittelbar an das bisherige ESOC-Gelände anschließt. Dort sind alle räumlichen Kapazitäten genutzt und die ESOC plant auf dem neuen Gelände unter anderem auch ein öffentliches Besucherzentrum. Mit mittlerweile 13 000 Besuchern im letzten Jahr ist das ESOC an der Kapazitätsgrenze angekommen.

TA
© Spektrum.de

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen, und möchten Sie mehr Artikel aus der "Spektrum.de"-Redaktion lesen?

Als Abonnent von "Spektrum - Die Woche" haben Sie Zugriff auf über 20.000 Artikel.

Sie wollen keine aktuelle Tagesmeldung verpassen?

Dann bestellen Sie unseren Spektrum.de-Newsletter, und unsere Redakteure informieren Sie 5-mal die Woche über die wichtigsten Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Anzeige