Nicht nur Mangel an Vitamin D ist ein Gesundheitsproblem, auch zu viel der Substanz könnte sich als gefährlich erweisen. Forscher um Peter Schwarz von der Universität Kopenhagen entdeckten einen Zusammenhang zwischen hohen Konzentrationen des Vitamins im Blut und dem Risiko, an Schlaganfall und Koronarer Herzkrankheit zu sterben. Für zu geringe Konzentrationen war ein solcher Zusammenhang bereits bekannt und auch in der aktuellen Studie erkennbar, deswegen ist das Team zuversichtlich, dass der Effekt real ist. Vitamin-D-Mangel gilt als weit verbreitetes Problem vor allem in hohen Breiten, deswegen wird der Stoff oft zusätzlich zugeführt. Das Ergebnis der Kopenhagener Forscher deutet darauf hin, dass das mit einer gewissen Vorsicht geschehen muss.

Schwarz und seine Kollegen verwendeten die Daten von etwa 250 000 Dänen über sieben Jahre hinweg. Dabei zeigte sich nicht nur eine höhere Sterblichkeit bei einem 25(OH)Vitamin-D3-Spiegel unterhalb des allgemein anerkannten Schwellenwerts von 20 Nanogramm pro Milliliter, sondern auch ein Risiko oberhalb von 40 Nanogramm pro Milliliter – in diesem Bereich stieg die Sterblichkeit an, hauptsächlich auf Grund von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Was dieser neue Befund wirklich wert ist, müssten weitere Studien zeigen, insbesondere weil noch kein möglicher Mechanismus für den Zusammenhang erkennbar ist. Derzeit geht man davon aus, dass auch über 80 Nanogramm pro Milliliter 25(OH)Vitamin-D3 im Blut noch unbedenklich sind.