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Weltraumteleskope: Herschel und Planck im All

Herschel
Mit einer Ariane-5-Rakete starteten die beiden europäischen Weltraumteleskope Planck und Herschel planmäßig um 15.12 Uhr vom Weltraumbahnhof Kourou ins All. 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, am so genannten Lagrangepunkt L2, werden sie in Zukunft das Weltall im Mikrowellen- sowie im infraroten Spektralbereich mit bislang unerreichter Präzision unter die Lupe nehmen.

Tilmann Althaus, Redakteur bei Sterne und Weltraum, war während des Starts beim Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt und verfolgte den Start. "Die Spannung war mit den Händen zu greifen", berichtet er. Doch die Sorge war unbegründet: Beim Start lief alles glatt. Die beiden Satelliten wurden erfolgreich ausgesetzt und werden in rund zwei Monaten ihre endgültige Position einnehmen. Das erste Ziel von Herschel wird laut ESA die Spiralgalaxie M51 im Sternbild Jagdhunde sein – um den 1. Juli 2009 dürften wir mit seiner ersten Aufnahme rechnen.

Das Weltraumteleskop Herschel | Der europäische Satellit Herschel trägt das größte jemals gebaute Weltraumteleskop, einen Spiegel mit 3,5 Meter Durchmesser.
Der Satellit Herschel verfügt über einen 3,5-Meter-Spiegel und ist damit das bislang größte Teleskop im Weltall. Mit Hilfe von drei Instrumenten wird er in den kommenden dreieinhalb Jahren den Himmel im infraroten Spektralbereich abtasten. Bei diesen Wellenlängen kann die Strahlung – anders als das sichtbare Licht – auch Gas- und Staubwolken durchdringen, wodurch ein tiefer Blick in sonst verborgene Geschehnisse möglich wird. Darunter werden ferne Planetensysteme, entstehende Sonnen und Galaxien sein, aber auch die Milchstraße und sogar unser Sonnensystem stehen auf dem Plan. Die Missionskosten belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Planck wird sich den Himmel dagegen im Mikrowellenbereich anschauen, wobei er vor allem die kosmische Hintergrundstrahlung im Visier hat, die rund 380 000 Jahre nach dem Urknall ausgesendet wurde. Damit erhoffen sich die Forscher mehr über die Frühzeit des Universums, aber auch über dessen Struktur und Zusammensetzung zu erfahren. Aber auch näher liegenden Mikrowellenquellen, wie sie in der Milchstraße und anderen Galaxien zu finden sind, wird sich Planck widmen: beispielsweise interstellarem Staub, der Nachbarschaft Schwarzer Löcher oder Sternentstehungsgebieten. Die Kosten für die auf anderthalb Jahre ausgelegte Planck-Mission betragen rund 700 Millionen Euro. (mp)

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