Australische Flughunde der Gattung Pteropus reagieren offensichtlich sehr empfindlich auf extreme Hitze, die sie in Massen sterben lässt. Justin Welbergen von der Universität Cambridge und seine Kollegen befürchten deshalb, dass die entsprechenden Arten durch den Klimawandel zunehmend gefährdet sein könnten.

Kolonie von Graukopf-Flughunden
© Stefan Klose
(Ausschnitt)
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Nach den Beobachtungen der Wissenschaftler nimmt die Sterblichkeit der Flughunde drastisch zu, wenn die Temperaturen an ihren Ruheplätzen auf mehr als 42 Grad Celsius steigen. So verendeten am 12. Januar 2002 in neun Kolonien in New South Wales über 3500 Tiere durch die Hitze – an jenem Tag lagen die Temperaturen in Südostaustralien mehr als 16 Grad über dem langjährigen Durchschnitt und überschritten den kritischen Schwellenwert. Zudem zeigten die Fledertiere deutliche Stresszeichen wie Flügelfächern, Hecheln oder Speicheln, und sie suchten verstärkt nach Schattenplätzen.

Die Mortalität war besonders unter den Weibchen und Jungtieren des Schwarzen Flughundes (Pteropus alecto) erhöht, der in tropischen Regionen Australiens lebt. Männchen und der eher in temperierten Gefilden verbreitete Graukopf-Flughunde (Pteropus poliocephalus) kamen dagegen glimpflicher davon.

<i>Pteropus poliocephalus</i>
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Welbergens Team vermutet, dass Graukopf-Flughunde besser mit Temperaturextremen zurechtkommen als ihre nahen Verwandten. DEnn in gemäßigten Zonen kommen derartige Schwankungen häufiger vor als in den dauerhaft warmen, aber klimatisch eher ausgeglichenen Tropen.

Seit 1994 starben insgesamt mindestens 30 000 Flughunde durch derartige Wetteranomalien, recherchierten die Wissenschaftler. Die Zahl der Schwarzen Flughunde sank seit 1989 um etwa ein Drittel, wozu neben Lebensraumzerstörung wohl auch verschiedene Hitzewellen beigetragen haben. Zugleich stieg die Zahl außergewöhnlicher Wetterereignisse in Australien während der letzten fünfzig Jahre an, und es werden weiter steigende Durchschnitts- und Extremtemperaturen auf dem Fünften Kontinent erwartet. (dl)