Für viele Menschen sind Schlangen der Stoff von Albträumen – doch der Waldboden tropischer Regionen hält noch gruseligere Kreaturen bereit. Zum Beispiel die Riesenhundertfüßer: Bis zu 25 Zentimeter lange, vielbeinige Raubtiere, die alles fressen, was ihnen vor die giftigen Zangen kommt. Ein Biologenteam berichtet nun im "Journal of Insect Behavior" von einem solchen Horror-Hundertfüßer (Scolopendra dawydoffi), der eine Schlange in ihrem verwundbarsten Moment erwischte: bei der Eiablage. Wie die Gruppe um Michele Chiacchio berichtet, hatte die Dreiecks-Vielzahnnatter (Sibynophis triangularis) noch zwei ihrer fünf Eier im Körper, als das Gliedertier über sie herfiel. Um das größere Beutetier zu erlegen, griff der Hundertfüßer die Schlange mit nahezu allen seinen Beinpaaren und rammte ihr seine Giftzangen in den Körper. Dass Hundertfüßer gelegentlich Wirbeltiere wie nistende Vögel erbeuten, ist bereits bekannt. Das Verhalten könnte allerdings häufiger sein als bisher vermutet, so die Biologen.