Wissenschaftlern haben erstmals einen ganzen Wurf gesunder Hundewelpen per künstlicher Befruchtung im Reagenzglas gezeugt. Bei der so genannten In-vitro-Fertilisation werden Eizellen und Spermien außerhalb des Körpers im Labor zusammengebracht. Erst nach erfolgreicher Befruchtung werden die Embryonen dann in die Gebärmutter eingesetzt. Beim Menschen funktioniert das Verfahren bereits seit den 1970er Jahren – beim Hund versuchen es Forscher seitdem erfolglos.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Reproduktionszyklus der Vierbeiner ein wenig anders aussieht als bei vielen anderen Säugetieren. So müssen die Eizellen der Hundeweibchen etwa nach dem Eisprung erst einige Zeit im Eileiter reifen, bevor aus ihnen der Nachwuchs entstehen kann. Und auch die Spermien der männlichen Tiere werden erst durch ihren Aufenthalt im weiblichen Reproduktionstrakt bereit für die Fortpflanzung gemacht. Diese Bedingungen auch im Labor zu simulieren, gelang Wissenschaftlern bislang nicht.

Ein Team um Alex Travis von der Cornell University löste diese Probleme nun, indem es die Eizellen vor der Entnahme noch einen Tag länger als üblich im Eileiter ließ und die Spermien mit Hilfe von Magnesium auf die Befruchtung vorbereitete. Das berichten die Forscher jetzt im Fachmagazin "PLoS ONE". Am Ende setzten sie 19 Embryonen einer tierischen Leihmutter ein, die daraufhin vor wenigen Monaten sieben Hundewelpen zur Welt brachte, die bis heute putzmunter sind. Zwei der Welpen sind eine Mischung aus Beagle und Cocker Spaniel, die anderen stammen von reinrassigen Beagle-Eltern ab.

Auf lange Sicht, so hoffen die Wissenschaftler, lässt sich mit dem Verfahren vielleicht der Artenschutz verbessern, etwa indem bedrohte Verwandte des Haushundes künstlich bei der Reproduktion unterstützt werden können. Aber auch von der Gentherapie für die Vierbeiner ist bereits die Rede, in deren Rahmen man Krankheiten und Fehlbildungen ausmerzen könnte, die bei verschiedenen Hunderassen gehäuft auftreten.