Wer noch vor seinem 25. Geburtstag Vater wird, läuft eher Gefahr, früh zu sterben. Das berichten nun Wissenschaftler um Elina Einiö von der University of Helsinki im "Journal of Epidemiology & Community Health". Die Forscher hatten die Daten von mehr als 30 500 finnischen Männern ausgewertet, die zwischen 1940 und 1950 geboren worden und vor Vollendung des 45. Lebensjahrs Vater geworden waren. Dabei entdeckten sie, dass jene Männer, die mit 22 schon ein Kind hatten, auch ein 26 Prozent höheres Risiko besaßen, bereits im Alter von 45 bis 54 Jahren zu sterben, im Vergleich zu jenen Teilnehmern, die das Vaterglück erst mit 25 oder 26 Jahren ereilte. Männer, die zwischen dem 22. und 24. Lebensjahr Vater wurden, hatten immerhin noch ein um 14 Prozent höheres Sterberisiko im mittleren Alter.

Um möglichst auszuschließen, dass der beobachtete Effekt lediglich auf Umweltfaktoren beruht, schaute das Team um Einiö sich außerdem noch eine Teilmenge der Stichprobe an. Diese umfasste 1124 Geschwister, die jeweils unter ähnlichen Bedingungen am gleichen Ort aufgewachsen waren. Hier hatten Männer, die bereits mit 22 auf Kind und Familie achten mussten, sogar ein um 73 Prozent höheres Sterberisiko im Alter von 45 bis 54 Jahren als ihre Brüder, die später Vater wurden. Am günstigsten kamen jene weg, die erst zwischen dem 30. und dem 44. Lebensjahr den ersten Nachwuchs zeugten: Sie hatten zum Teil ein bis zu 25 Prozent niedrigeres Risiko, vergleichsweise jung zu sterben.

Der Zusammenhang zwischen früher Vaterschaft und vorzeitigem Tod blieb auch bestehen, wenn die Forscher den Einfluss von Faktoren wie Kindheitserfahrungen, unterschiedlichem Bildungsgrad, Einkommen, Wohnort oder der Anzahl der Kinder miteinbezogen. Sie halten eine kausale Beziehung daher für wahrscheinlich. Einiö und ihr Team vermuten, dass das unglückliche Schicksal der jungen Väter damit zusammenhängt, dass sie sich bereits früh mit ihrer Rolle als Vater, Partner und Versorger der Familie arrangieren müssen. Das könne zu finanzieller und seelischer Belastung führen und dafür sorgen, dass die Männer weniger auf ihr eigenes Wohlergehen achten, so die Wissenschaftler. Sie fordern daher eine bessere Unterstützung für junge Väter. Ob sich die Ergebnisse auch auf nachfolgende Generationen übertragen lassen, ist allerdings unklar.