Seit Längerem sind Forscher der Ansicht, dass das Sonnensystem seine heutige Gestalt vermutlich der Existenz eines weiteren Großplaneten verdankt, der in der Anfangsphase mitmischte, dann jedoch aus dem System katapultiert wurde. Wie neue Berechnungen jetzt zeigen, dürfte es sich bei dem Rausschmeißer wohl am ehesten um Jupiter gehandelt haben – und nicht etwa um die Nummer zwei im Sonnensystem, Saturn.

Das schließen Wissenschaftler aus der Existenz des Saturnmonds Iapetus: Hätte Saturn den großen Rauswurf vollzogen, hätte der Mond seine heutige Bahn nicht beibehalten können, so das Astronomenteam um Ryan Cloutier von der University of Toronto. Die Bahn des Jupitermonds Kallisto hingegen ist mit einer Begegnung mit dem ominösen Eisriesen vereinbar.

Um einen Planeten aus dem Sonnensystem zu schleudern, müssen die Planeten nicht miteinander kollidieren; es genügt, wenn sie sich durch ihren Schwerkrafteinfluss aus einer stabilen Umlaufbahn schubsen. Im Laufe seiner Entstehungsgeschichte dürfte das Sonnensystem zahlreiche solcher Umbildungen erlebt haben. Die heutigen Gasriesen scheinen beispielsweise einigen gängigen Theorien zufolge zunächst viel näher am Zentralgestirn entstanden zu sein. Bei Beobachtungen des interstellaren Raums zeigte sich zudem, dass es eine sehr große Zahl von einsam durchs All wandernden Planeten gibt. Hierbei handelt es sich sehr wahrscheinlich um Himmelskörper, die aus ihrem Ursprungssystem ausgestoßen worden sind.