Exoplaneten: Kepler entdeckt drei weitere annähernd erdgroße Planeten

Wieder keine Zwillinge der Erde, aber immerhin konnten in den Messdaten des Weltraumteleskops Kepler drei weitere Himmelskörper nachgewiesen werden, die sich in ihrem Durchmesser nur wenig von demjenigen der Erde unterscheiden. Damit steigt die Anzahl der mit Kepler entdeckten Planeten von annähernder Erdgröße auf acht.
Weltraumteleskop Kepler
© NASA Ames / JPL-Caltech / Tim Pyle
(Ausschnitt)

Von 2009 bis 2013 beobachtete das Weltraumteleskop Kepler eine Himmelsregion im Grenzbereich der Sternbilder Leier und Schwan. Mithilfe der Messdaten ließen sich mittlerweile 1000 extrasolare Planeten gesichert nachweisen, darunter acht, deren Durchmesser demjenigen der Erde zumindest ähnlich ist. Drei von ihnen wurden kürzlich von der NASA vorgestellt.

Acht annähernd erdgroße Planeten aus den Kepler-Daten (Grafik)
© NASA Ames / W Stenzel
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 Bild vergrößernAcht annähernd erdgroße Planeten aus den Kepler-Daten
Unter den derzeit 1000 gesichert mit dem Weltraumteleskop Kepler nachgewiesenen Exoplaneten befinden sich acht Himmelskörper, die annähernd die gleiche Größe wie die Erde aufweisen.

Der Himmelskörper Kepler-438b umrundet einen rund 475 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwerg mit etwa halber Sonnenmasse einmal in 35,2 Tagen. Er besitzt den 1,12-fachen Erddurchmesser. Kepler-442b ist etwa 1100 Lichtjahre von uns entfernt und umkreist einen sonnenähnlichen Stern mit rund 70 Prozent der Sonnenmasse einmal in 112 Tagen. Dieser Exoplanet hat einen rund 34 Prozent größeren Durchmesser als unsere Erde. Der dritte Exoplanet im Bunde ist mit dem 1,86-fachen Erddurchmesser schon beträchtlich größer als unsere Heimatwelt. Er benötigt 101 Tage für einen Umlauf um sein Zentralgestirn mit der 0,6-fachen Masse unserer Sonne.

Allen drei Planeten ist gemein, dass sie ihre Sterne in der jeweiligen habitablen oder lebensfreundlichen Zone umrunden. Darunter versteht man den Abstandsbereich, in dem sich flüssiges Wasser bei Vorhandensein einer entsprechend dichten Atmosphäre über lange Zeiträume hinweg auf der Oberfläche halten könnte. Dies gilt gemeinhin als Kriterium dafür, dass sich zumindest theoretisch Leben auf diesen Himmelskörpern entwickeln könnte. Allerdings sind die Massen der drei Exoplaneten noch nicht bekannt, so dass noch keine Informationen über ihre Oberflächenbeschaffenheit und Zusammensetzung vorliegen. Es wäre also verfrüht, hier von einer "zweiten Erde" oder einem "Erdzwilling" zu sprechen.

Nach wie vor ist die Auswertung der Messdaten aus den vier Jahren der Primärmission von Kepler in vollem Gang. Derzeit gibt es 4175 Planetenkandidaten im Datenschatz von Kepler, die weiterer unabhängiger Untersuchungen mittels anderer Instrumente und Messverfahren bedürfen. Erst wenn diese die Himmelskörper ebenfalls bestätigen, darf von Exoplaneten gesprochen werden. Diese Kandidaten tragen bis zu ihrer endgültigen Bestätigung die Bezeichnungen "Kepler Object of Interest" oder KOI.

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