Der kleine Apollo-Asteroid 2009 BD wurde erst Anfang Januar 2009 entdeckt. Er ist nur etwa zehn Meter groß und näherte sich der Erde am 25. Januar 2009 bis auf etwa 686 500 Kilometer, entsprechend der 1,78-fachen Mondentfernung, an. Eigentümlich ist seine langsame Bewegung relativ zur Erde, es handelt sich um einen der seltenen ko-orbitalen Asteroiden, der sich maximal 0,1 Astronomische Einheiten (AE) oder 15 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.
Die Bahnen von 2009 BD im Vergleich zu Erdbahn
© NASA, JPL
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDie Bahnen von 2009 BD im Vergleich zu Erdbahn


Manche Forscher sprechen bei einem solchen Verhalten auch von einem "Quasi-Mond" der Erde. Er befindet sich in einem instabilen Kräftegleichgewicht zwischen den Anziehungskräften von Sonne und Erde und solche Konfigurationen sind mittelfristig nicht stabil.

Vergleicht man die Umlaufbahnen von Erde und 2009 BD, so fällt auf, dass man sie kaum voneinander unterscheiden kann. 2009 BD ist nicht der erste Quasi-Mond der Erde. Im Jahr 2003 stieß die NASA auf den rund 20 Meter großen Asteroiden 2003 YN107, der rund sieben Jahre lang unseren Planeten in einer weiten Schleifenbahn umrundete.

Im Jahr 2006 wurde durch gravitative Störungen die Bindung von 2003 YN107 zur Erde aufgehoben und der Himmelskörper driftet nun wieder frei im Sonnensystem herum. Allerdings dürfte er in 60 Jahren wieder für mehrere Jahre in eine Bahn um die Erde eintreten.
© NASA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSchleifenbahn eines ko-orbitalen Asteroiden um die Erde


Derzeit ist noch nicht viel über den neuen Quasi-Mond 2009 BD bekannt und die Forscher am NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) sind dabei, seine Bahn noch präziser zu vermessen. Nach derzeitigem Stand der Berechnung sieht es so aus, als bliebe uns 2009 BD für mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre, erhalten. Mindestens bis November 2010 wird sich 2009 BD nicht weiter als 0,1 AE von der Erde entfernen.

Apollo-Asteroiden umkreisen die Sonne auf Bahnen, die sich überwiegend außerhalb der Erdbahn befinden. Allerdings können sich ihre Bahnen mit der Erdbahn schneiden, so dass eine Kollision möglich ist. Bei 2009 BD ist dies jedoch ausgeschlossen. Derzeit sind 2921 Apollo-Asteroiden bekannt. Benannt wurden sie nach ihrem Prototypen (1862) Apollo, den der Astronom Karl Reinmuth im Jahr 1932 von Heidelberg aus entdeckte.

Tilmann Althaus