Eine besonders unangenehme Pein müssen Menschen mit einer so genannten Fibromyalgie ertragen. Meistens sind Frauen betroffen, die dann unter chronischen Schmerzen in den Muskeln und Sehnen des gesamten Körpers sowie häufig unter andauernder Müdigkeit leiden. Eine US-amerikanische Forschergruppe um James Carson von der Oregon Health and Science University in Portland fand jetzt heraus, dass dabei Joga Abhilfe schaffen kann.

Die Forscher teilten per Zufall 53 Fibromyalgie-Patientinnen in zwei Gruppen ein. Die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe erhielten nur die üblichen Schmerzmedikamente, die anderen gingen zusätzlich zwei Monate lang einmal pro Woche zu einem Jogakurs und sollten täglich zu Hause üben. Verglichen mit der Kontrollgruppe litten die frisch gebackenen Jogins im Anschluss an die Untersuchung nicht nur unter deutlich weniger Schmerzen als vorher, sondern gingen mit ihrem Leiden auch besser um: Statt alles schwarz zu sehen und sich aus ihrem Umfeld zurückzuziehen, versuchten sie vielmehr, ihr Leiden aktiv zu bewältigen.

Den Gesundheitspsychologen und Jogaexperten Carson überrascht das Ergebnis nicht: Er hält Joga für weit mehr als nur Gymnastik und Meditation. Es ginge beispielsweise auch darum, leidvolle Erfahrungen im Leben akzeptieren zu lernen. Weitere Forschung müsse diese ersten Ergebnisse aber noch bestätigen: Ob Joga langfristig wirke, sei beispielsweise noch unklar. (cb)