Während manche Menschen mit Freude rudern, klettern und einen Halbmarathon nach dem anderen laufen, können andere Sport nur wenig abgewinnen: Für sie sind schon die regelmäßigen Joggingrunden durch den Park eine fürchterliche Quälerei, die man bestenfalls für Gewissen und Gesundheit auf sich nimmt. Doch woher kommen diese Unterschiede?

Ein Team um Nienke M. Schutte von der Freien Universität Amsterdam ist nun der Frage nachgegangen, ob unsere Liebe zum Sport auch genetisch bedingt sein könnte. Dazu ließen die Wissenschaftler eineiige Zwillinge, zweieiige Zwillinge und normale Geschwister im Labor ein kleines Trainingsprogramm absolvieren. Die Probanden mussten jeweils 20 Minuten lang in gemütlichem Tempo Fahrrad fahren und auf dem Laufband laufen. Außerdem stand ein Belastungstest auf dem Programm, bei dem sie sich schließlich komplett auspowern sollten. Während der Übungen gaben die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen Auskunft über ihr Befinden, und nach dem Versuch befragten die Forscher sie unter anderem dazu, wie oft sie in ihrer Freizeit Sport trieben.

Anschließend analysierten Schutte und Kollegen, ob eineiige Zwillinge sich hinsichtlich ihrer Bewegungsfreude stärker ähnelten als zweieiige Zwillinge, was als Hinweis auf eine genetische Komponente interpretiert werden kann. Dabei entdeckten sie, dass Erbfaktoren tatsächlich eine gewisse Rolle zu spielen scheinen: Sie waren den Berechnungen der Forscher zufolge je nach Aufgabenstellung für bis zu ein Drittel der beobachteten Unterschiede zwischen den Teilnehmern verantwortlich.

Wie genau der Zusammenhang zwischen Genen und Sportbegeisterung zu Stande kommt, ist allerdings noch völlig unklar. Sollte die Beobachtung sich in weiteren Untersuchungen bestätigen, ließen sich so aber vielleicht neue Wege finden, auch ausgemachte Sportmuffel zu mehr Bewegung zu animieren, hoffen die Wissenschaftler.