Am Ende der letzten Eiszeit vor rund 12 000 Jahren lebte in den Weiten Sibiriens eine ganze Menagerie riesiger Säugetiere: Mammuts, Wollnashörner und Höhlenbären, um nur ein paar zu nennen. Steinzeitjäger und/oder Klimawandel sorgten dann dafür, dass diese Giganten letztlich ausstarben. Ihre Überreste finden sich allerdings bis heute in den Sümpfen und Permafrostböden der Region, wie der weitere Fund eines Mammutmassengrabs in der Region des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen/Jugra zeigt. Wie "Siberian Times" berichtet (hier auch Bilder), schätzen die Expeditionsteilnehmer das Alter der Überreste auf etwa 10 000 bis 30 000 Jahre; genaueren Aufschluss sollen Radiokarbonmessungen erbringen. Insgesamt entdeckten die Wissenschaftler hier 550 Knochen, die Mehrzahl davon stammte von Mammuts sowie Rentieren, dazu kommen Skelettteile eines Wollnashorns – erst der fünfte Fund in einem Massengrab in Sibirien.

Die Fundstätte liegt am Ufer eines Flusses, der die Knochen frei gelegt und leider zum Teil auch schon mit sich gerissen hat. Die Menschen vor Ort kannten den Tierfriedhof schon seit Langem und sicherten sich offensichtlich größere Überreste wie Stoßzähne, da bislang noch nichts davon ausgegraben werden konnte. Auch Anton Rezvy, der Leiter des regionalen Chanty-Mansijsk-Museums, wusste von diesem Knochenlager, doch konnten er und seine Kollegen erst vor Kurzem den genauen Ort lokalisieren und die Expedition starten. Warum die Tiere gerade hier massenhaft verendet sind, entzieht sich bislang noch der Aufklärung – womöglich wollten die Säugetiere hier lebensnotwendige Mineralstoffe aufnehmen und blieben im Sumpf stecken. Massengräber an anderer Stelle hingen hingegen mit der Jagd auf die Tiere zusammen: Sie wurden zusammengetrieben und erlegt; ihre Überreste ließen die Jäger an Ort und Stelle zurück.