Solarzellen aus Perowskit gelten als kostengünstige, aber dennoch vergleichbar effiziente Alternative zu Silizium-Solarzellen. Dank der Arbeit chinesischer Wissenschaftler könnte es bald sogar möglich sein, in Textilien Strom zu erzeugen: Das Team um Huisheng Peng von der Fudan University in Schanghai hat jetzt Perowskit-Solarzellen in Form flexibler Fasern entwickelt, die sich zu Stoffen verweben lassen.

Mantel aus diversen Schichten
© Qiu, L. et al.: Integrating Perovskite Solar Cells into a Flexible Fiber. In: Angewandte Chemie 53, S. 10425 –10428, 2014, fig. 1a
(Ausschnitt)
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Mit einem Wirkungsgrad von bislang nur knapp über drei Prozent dürften sie allerdings bis auf Weiteres nur zum Betrieb kleinerer Geräte dienen – auch wenn sie bisherige faserförmige Fotovoltaiksysteme übertreffen.

Die Fasern bestehen aus Schichten unterschiedlicher Materialien, darunter das halbleitende Titandioxid als Anode und eine Schicht aus Kohlenstoffnanoröhrchengarn als Kathode. Dazwischen befindet sich unter anderem die fotovoltaisch aktive Schicht aus dem Perowskit-Material.

Wie Peng und Kollegen berichten, sollen die Fasern vergleichsweise günstig in der Herstellung sein. Als gravierendste Nachteile der Perowskit-Technologie gelten derzeit noch ihre ungewisse Haltbarkeit und ihr Gehalt am giftigen Schwermetall Blei. Als Perowskite bezeichnet man Materialien, die in ihrer Kristallstruktur dem natürlich vorkommenden Mineral Perowskit, einem Kalziumtitanat, entsprechen. In der aktuellen Studie von Peng und Kollegen kam CH3NH3PbI3 zum Einsatz.