News | 19.10.2010 | Drucken | Teilen

Sterne

Pulsar mit unbekannter Energiequelle

Pulsar
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Ein schwach magnetischer Pulsar zeigte bei der Untersuchung eines internationalen Astronomenteams um Silvia Zane von der University College in Londen die gleichen Energieausbrüche wie die tausend Mal stärker magnetisierten Magnetare.

Pulsare, oder Neutronensterne, sind die kollabierten Überreste von Sternen mit anfangs 1,4 bis 3 Sonnenmassen. Sie weisen an ihrer Oberfläche extrem starke Magnetfelder von rund 108 Tesla auf. Die Magnetfelder ihrer nahen Verwandten, der Magnetare, sind aber mit rund 1011 Tesla noch einmal tausend Mal stärker. Astronomen vermuten, dass die Magnetfelder im Inneren dieser Magnetare noch stärker sind und ihre Oberfläche verformen. Der Unterschied in der Stärke der äußeren und inneren Magnetfelder führt zur Erhitzung der Oberfläche und zur Beschleunigung von geladenen Teilchen im Umfeld der Neutronensterne. Dadurch kommt es zur kontinuierlichen und ausbruchartigen Emission von Röntgenstrahlung an der Oberfläche der Magnetare. Auch Ausbrüche hochenergetischer Gammastrahlung ereignen sich dort.

Diese Eigenschaften eines Magnetars beobachteten Forscher nun auch bei einem wesentlich weniger stark magnetisierten Pulsar namens SGR 0418. Die Messungen mit dem Röntgensatelliten Chandra könnten ein Hinweis darauf sein, dass auch in diesem nach außen hin schwach magnetischen Pulsar sehr starke innere Magnetfelder vorhanden sein könnten.

Das Forscherteam entdeckte aber noch eine weitere Eigenschaft von SGR 0418, die für Pulsare untypisch ist. Normalerweise übertragen Pulsare viel Bewegungsenergie auf geladene Teilchen in ihrem Umfeld. Die Abnahme der Energie des Pulsars führt dazu, dass er sich in der Folge immer langsamer um sich selbst dreht. SGR 0418 behielt aber seine Drehgeschwindigkeit während der 490 Messtage konstant bei.

Welcher Mechanismus hinter dieser offenbar zusätzlichen Energie des Pulsars steckt, wissen die Astronomen noch nicht. Offen bleibt auch, wie viele normale Pulsare mit diesen Magnetar-Eigenschaften existieren.

Barbara Wolfart
© Spektrum.de
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