In regenreichen Gebieten produzieren Chilipflanzen mehr scharfe Schoten als ihre Artgenossen in trockeneren Regionen, wo in engem Nebeneinander auch milde Früchte gebildet werden. Die beliebte Würze bezahlen sie allerdings mit einer höheren Empfindlichkeit gegenüber Wassermangel.

Capsaicin, eine der scharf schmeckenden Substanzen von Chilipflanzen, schützt deren Samen vor schädlichem Pilzbefall. Das Risiko einer Ansteckung ist in niederschlagsreichen Gebieten jedoch deutlich höher, da hier auch der Pilz (Fusarium spp.) weiter verbreitet ist. Dementsprechend fanden Forscher um David Haak, damals an der University of Wahsington, im feuchteren Südwesten Boliviens einen deutlich größeren Anteil an scharfen Schoten als 300 Kilometer nordöstlich: In der regenreichen Region zeigten Geschmackstests vor Ort wie Laboruntersuchungen bei allen Früchten scharfen Inhalt, am trockenen Ende ihres Untersuchungsgebiets lag die Ausbeute nur bei einem Fünftel der Schoten.

Doch welchen Preis bezahlen die Pflanzen für ihre chemische Waffe? Das zeigten Gewächshausexperimente: Unter Wassermangel produzierten die capsaicinreichen Varianten nur etwa die halbe Samenmenge im Vergleich zu den milder gestimmten Artgenossen. Außerdem wiesen ihre Blätter weit mehr Spaltöffnungen auf: Sie geraten also eher in Verdunstungsstress, wenn zu wenig Wasser da ist.

Die Forscher schließen daraus, dass die Synthese von Capsaicin und die Ausbildung von Spaltöffnungen genetisch gekoppelt sind. So hält die Pflanze den Kostenaufwand je nach Umgebungsbedingungen konstant: Entweder sie investiert in die Pilzabwehr oder in Dürreresistenz.