News | 15.02.2013 | Drucken | Teilen

Meteoriteneinschlag

Russlands Feuerkugel: Kein Zusammenhang mit 2012 DA14

Der Asteroid, der heute morgen um etwa halb zehn Uhr Ortszeit über der russischen Region Tscheljabinsk in der Atmosphäre verglühte, steht wohl nicht im Zusammenhang mit dem heutigen nahen Vorbeiflug des Asteroiden 2012 DA14. Dagegen sprechen die deutlich unterschiedlichen Flugbahnen der beiden Objekte. Der Bolide kam Augenzeugen und Filmmaterial zufolge aus östlicher Richtung, während sich 2012 DA14 von Süden her nähert.

Das Objekt in Russland löste beim Eintritt in die Erdatmosphäre eine schwere Schockwelle aus, die Fensterscheiben bersten ließ. Nach ersten Berichten wurden mehrere hundert Menschen durch fliegende Glasscherben verletzt. Nach Angaben der NASA hatte das Objekt etwa 15 Meter Durchmesser – beim Airburst wurde eine Energie äquivalent zu mehreren Dutzend Kilotonnen TNT frei. Derartige Objekte treffen die Erde etwa alle zehn Jahre. Die meisten dieser Ereignisse finden jedoch über dem Meer oder dünn besiedelten Gebieten statt, die den größten Teil der Erdoberfläche einnehmen.

Zum Selbermachen: Die Webseite Impact Earth der Purdue University berechnet die Einschlagenergie, sichtbare Effekte und Kratergröße bei Asteroiden mit frei einstellbaren Parametern.

Obwohl der größte Teil des Asteroiden in der Atmosphäre verglüht ist, erreichen bei solchen Ereignissen meist Fragmente des Mutterkörpers den Erdboden. Nach Angaben des regionalen Gouverneurs sind die Teile in der Nähe der Stadt Tscherbakul niedergegangen. Solche Meteoriten, wenn sie denn gefunden werden, geben Aufschluss über die Zusammensetzung des ursprünglichen Asteroiden und helfen so, genauere Daten über die ursprüngliche Masse zu gewinnen. Außerdem erzielen sie bei Sammlern hohe Preise.

© Spektrum.de
Feuerkugel über Russland, Screenshot aus Youtube

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