Die körpereigene Substanz Adiponektin schützt Blutgefäße vor Entzündungen, dem Anfangsstadium einer Gefäßverkalkung. Dies fand ein Forscherteam um Rosario Scalia von der Thomas Jefferson Universität in Philadelphia an gentechnisch veränderten Mäusen heraus. Das Hormon unterbindet biologische Prozesse an der Gefäßwand, die dort Entzündungen auslösen.

Die von dem Forscherteam untersuchten Nagetiere konnten Adiponektin nicht selbst in ihren Fettzellen bilden, wodurch die Wände ihrer Blutgefäße anfälliger für das Andocken von aktivierten weißen Blutkörperchen wurden, dem ersten Schritt hin zu einer (chronischen) Entzündung. Diese Mäuse erhielten ein biologisch aktives Fragment des Adiponektin über zehn Tage unter die Haut gespritzt. Bei den so behandelten Mäusen banden anschließend nur wenige Leukozyten an die Gefäßwand – ähnlich wie bei den Mäusen, die über körpereigenes Adiponektin verfügten.

Bei solchen unveränderten Mäusen kann das Hormon aber gezielt ausgelöste Entzündungen der Gefäßwände lindern, zeigen die Forscher weiter. Wie sie ermittelten, waren die Tiere vor Entzündungen besser geschützt, wenn sie zusätzlich aktive Adiponektin-Peptidfragmente verabreicht bekommen hatten: Nun dockten insgesamt weniger weiße Blutkörperchen an die Gefäßwände an.

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass sich ein Mangel an körpereigenem Adiponektin kompensieren lässt. Beim Menschen wird ein niedriger Adiponektinspiegel mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose, Bluthochdruck und Typ-II-Diabetes in Verbindung gebracht. (map)