Seit wann gibt es Sparschweine?

a) 4. Jtd. v. Chr.
b) 7. Jhdt. v. Chr.
c) 1. Jhdt n. Chr.
d) 12./13. Jhdt.

Antwort:

Die ersten Sparschweine stammen wohl aus dem 7. Jahrhundert vor Christus.

Erklärung:

Bereits kurz nach der Erfindung des Geldes in der Westtürkei entdeckten die Menschen auch das Sparen – und zwar mit dem bekannten Prinzip, die Münzen durch einen Schlitz in ein Gefäß zu werfen, dessen Inhalt sie nicht direkt entnehmen konnten. Die älteste Erwähnung von der angeblichen Erfindung des Sparschweins findet sich in der Bibel, im 2. Buch der Könige (12, 6-12). Demnach stellte Priester Jojada eine Kiste mit einem Loch auf, um Spenden für die Restaurierung des Tempels von Jerusalem zu sammeln. Die Behältnisse wurden bald bunter und vielfältiger, so kennen Archäologen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus neben Büchsen und Häusern auch verschiedene Tiergestalten.
mittelalterliche Sparschweine
© Landesamt für Archäologie Sachsen
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSparschweine
Zusammen mit dem Münzgeld erreichten die Sparschweine im 12./13. Jahrhundert auch Sachsen, woher die abgebildeten Tierfiguren stammen. Warum ausgerechnet Schweine als Behältnis dienten, ist nicht ganz klar. Wie Rainer Vollkommer vom Landesamt für Archäologie in Dresden erklärt, symbolisierten Schweine Fruchtbarkeit und Wohlstand und waren auch beliebte Opfertiere - und Geld in einem Sparschwein stellt ja nun gleichermaßen ein Opfer dar. Schweine zierten beispielsweise auch römische Münzen, und der lateinische Begriff für Geld - Pecunia - leitet sich von dem Begriff "pecus" für Vieh ab: Vor dem Münzgeld dienten Tiere als Zahlungsmittel. Tiere und Geld stehen also in enger Verbindung. Dazu passt auch die bekannte Bemerkung des römischen Kaisers Vespasian (9-79 n. Chr.): "Geld stinkt nicht." Sparschweine auch nicht.

Seit wann gibt es Sparschweine?