Was bezeichnete Jacques Chirac tief beeindruckt als das "8. Weltwunder"?

a) Die Höhlen-Malereien von Chauvet
b) Die Terracotta-Armee von Xi'an
c) Die Tempelanlage von Tikal
d) Die Felsenstadt Petra

Antwort:

1987 schrieb der ehemalige französische Premierminister Jaques Chirac nach einer Besichtigung der Grabanlage in Xi'an ins Gästebuch: "Es gibt sieben Weltwunder, (Wer die Pyramiden nicht gesehen hat, kennt Ägypten nicht und wer das "8. Weltwunder" nicht sah, dem ist das Reich der Mitte verloren.) die Terracotta-Armee ist das Achte.

Erklärung:

Die über 8000 Tonfiguren – Krieger und Pferde – sowie Überreste von hölzernen Streitwagen wurden rein zufällig 1974 durch einen Bauern entdeckt, der beim Brunnenbohren auf die unterirdische Ansammlung stieß. Sie gehören zur Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers Shi Huang Di (259 bis 210 vor Christus), mit deren Bau 248 vor Christus begonnen wurde. 38 Jahre sollte es dauern, bis die Pyramide mit einem Grundriss von 345 mal 350 Meter fertig war – zu Zeiten höchster Bautätigkeit arbeiteten bis zu 700 000 Menschen an der Anlage aus gestampfter Erde.

Die Gruben mit den Tonarmeen liegen etwa 1,5 Kilometer östlich des Grabhügels. Bisher wurden vier Einzelgruben gefunden, wobei die größte etwa 6000 Krieger beherbergte. Die letzte Grube war allerdings leer, obwohl Historiker dort auch Soldatenfiguren erwarteten. Sie vermuten nun, dass ein Bauernaufstand die Arbeiten beendete, bevor auch die vierte Grube bestückt werden konnte.

Die Anlage steht seit 1987 auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO.

Die 30 000 Jahre alten Höhlenmalereien von Chauvet in Südfrankreich verblüffen durch ihre Detailgenauigkeit, die man den Menschen damals zunächst nicht zugetraut hatte. Denn lange Zeit waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass in der Kulturstufe des Aurignacien – vor 35 000 bis 29 000 Jahren die Höhlenmalerei erst begann. Die Zeichnungen sind jedoch ähnlich kunstvoll wie die berühmten Malereien in Lascaux, die 13 000 Jahre jünger sind.

Die Tempelanlage von Tikal im Nordosten Guatemalas gilt als Zentrum des alten Mayareiches von 300 bis 900 nach Christus. Die frühesten Besiedlungsspuren gehen jedoch schon bis 600 vor Christus zurück – damals entstanden erste Steinbauten. Zur Blütezeit lebten bis zu 60 000 Menschen in den etwa 10 000 Gebäuden, von denen bisher im Zuge der Ausgrabungen etwa 3000 freigelegt und teilweise restauriert sind. Mit der Verlegung des Machtzentrums nach Norden verlor auch Tikal an Bedeutung. Die Anlage ist ebenfalls als wohl bedeutendste Maya-Ruinenstätte seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe.

Die aus den Felsen gemeißelte Stadt Petra geht auf semitische Nabatäer zurück, die im 3. Jahrhundert vor Christus in Südwestjordanien einwanderten. Petra wurde zur Hauptstadt ihres neu gegründeten Staates im Gebirge von Edom. Es gibt nur einen einzigen schmalen Zugang durch eine zwei Kilometer lange Schlucht, die an ihrer schmalsten Stelle nur vier Meter breit ist – Petra war damit praktisch uneinnehmbar. Zu den Bauten gehören das Kloster Ed Deir mit einer Höhe von 40 Metern und einer Breite von 47 Metern und ein Amphitheater, das 3000 Menschen Platz bot. Die Stadt, in der zur Zeitenwende etwa 30 000 Menschen lebten, unterhielt enge Kontakte zu Rom und Griechenland, wie die Architektur zeigt. Ein Erdbeben und die arabische Eroberung der Umgebung führten dazu, dass die Stadt im 7. Jahrhundert aufgegeben wurde. Sie gehört seit 1985 ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Was bezeichnete Jacques Chirac tief beeindruckt als das "8. Weltwunder"?