Welches "Meer" fällt aus dem Rahmen?

a) Mare Crisium
b) Mare Erythraeum
c) Mare Imbrium
d) Mare Serenitatis
e) Mare Tranquilitatis

Antwort:

Das "Mare Erythraeum" ist eine Region auf dem Mars, alle anderen Maria befinden sich auf dem Mond.

Erklärung:

Mit wirklichem Meer (lat. mare, pl. maria) haben die dunklen Gebiete auf dem Mond gänzlich wenig zu tun. Dennoch hat sich bis heute diese Bezeichnung für die düsteren Tiefebenen auf unserem Nachbarn im All erhalten. Die dunkle Färbung ist vor allem auf das hier vorliegende vulkanische Gestein zurückzuführen, das die Senken auffüllte.

Auch das Mare Erythraeum ("Rote Meer") bezeichnet eine dunkle Region, jedoch auf dem Mars, nicht auf dem Mond. Schon in Amateurteleskopen zeichnet sich das Gebiet bei guten Sichtbedingungen als dunkler Schatten auf dem Roten Planeten ab. Die Bezeichnung geht auf Giovanni Virginio Schiaparelli (1835-1910) zurück, einen italienischen Astronomen, der sich seinerzeit unter anderem der Marsbeobachtung verschrieben hatte. Dabei wollte er auf der Marsoberfläche Kanäle (ital. canali) entdeckt haben, was in der Folgezeit zu diversen Spekulationen über einen bewohnten Mars führte. Schiaparelli benannte viele der im Teleskop sichtbaren Strukturen auf unserem Nachbarplaneten nach biblischen oder mythologischen Orten. Das Mare Erythraeum ist demnach tatsächlich eine Hommage an das Rote Meer.
Mare
© Nasa
(Ausschnitt)
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"Meere" auf Mars und Mond: Mare Erythraeum (1), Mare Crisium (2), Mare Imbrium (3), Mare Serenitatis (4), Mare Tranquilitatis (5)


Das Mare Crisium ("Meer der Gefahren") ist eine vergleichsweise junge Mare-Region auf dem Mond und entspricht weitgehend einer 500 mal 400 Kilometer großen Ellipse. Das Zentrum liegt ungefähr bei 20 Grad Nord und 60 Grad Ost und befindet sich damit in der Nähe des Ostrandes der von der Erde aus sichtbaren Mondseite. Hier befindet sich auch eine Schwerkraftanomalie oder Massenkonzentration - kurz mascon -, die möglicherweise auf die Fragmente eines Asteroiden oder Kometen zurückzuführen ist und die Bahn von Satelliten um den Erdtrabanten erheblich stört. So führt diese Massenkonzentration im Bereich von Mare Crisium dazu, dass Satelliten in einer engen Umlaufbahn um den Mond ohne Korrekturen nach einigen Jahren entweder abstürzen oder in den interplanetaren Raum geschleudert werden. 1974 landeten zwei sowjetische Mondsonden, Luna 23 und 24, im Mare Crisium.

Südwestlich vom Mare Crisium befindet sich das Mare Tranquilitatis ("Meer der Ruhe"), hier landete mit Apollo 11 die erste bemannte Mondmission. Westlich vom Mare Crisium und nordwestlich vom Mare Tranquilitatis breitet sich das Mare Serenitatis ("Meer der Heiterkeit") aus, westlich davon liegt das Mare Imbrium ("Meer des Regens") - das zweitgrößte Mare des Mondes.

Lunar-Atlas

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