Der "Bildatlas Astronomie" von Bernhard Mackowiak richtet sich an Astronomie-Einsteiger. Anders als die meisten Werke dieser Art startet das Buch nicht mit der Geschichte der Astronomie und den notwendigen Instrumenten, sondern mit Sonne, Mond und dem Planetensystem. Das hat den Vorteil, dass sich der Leser mit ihm vertrauten Objekten in das Thema Astronomie einarbeitet. Diesen ersten drei Kapiteln ist dann auch gleich die Hälfte des Buchs gewidmet. Dagegen stehen gerade etwas mehr als 20 Seiten für die Galaxien und die Entwicklung des Universums zu Verfügung. Das ist sicher nicht viel und für Leser, die sich gerade dafür begeistern, wohl etwas enttäuschend.

Schon im Vorwort wird angekündigt, dass auf komplizierte Grafiken verzichtet wird. Leider führt dies dazu, dass die entsprechenden Sachverhalte oft nur im Text beschrieben werden. Ein Umstand, der die Wissensvermittlung für visuell veranlagte Menschen nicht erleichtert. So wird bei der Kernfusion zwar erklärt, wie Protonen über die verschiedenen Zwischenstationen schließlich zu einem Heliumkern verschmelzen, eine ergänzende Grafik, die dies zeigt, gibt es leider nicht. Dafür haben einige der verwendeten Grafiken noch Verbesserungspotenzial. Statt nur eine Darstellung der Milchstraße zu zeigen, hätten auch die Namen der Spiralarme sowie die Position der Sonne in die Abbildung integriert werden können. Eine Information, die der Leser nur aus dem Text erfährt. Und wer als Astronomieneuling nicht der lateinischen Sprache mächtig ist, wird auch mit den Sternkarten seine Probleme bekommen. Eine Tabelle, welche die Namen der Sternbilder zusätzlich in Deutsch angibt, wäre hier hilfreich gewesen, besser noch hätten gleich deutschsprachige Sternkarten verwendet werden können.

Der Bildatlas beschreibt zahlreiche Objekte aus der Astronomie in leicht verständlicher Sprache und bietet damit einen ersten Einstieg in die Materie. Wer aber schon etwas mehr Erfahrung hat, der wird bei einigen Erklärungen etwas Tiefe vermissen. So wird beispielsweise geschrieben, dass die Sonne ein Stern der Population I ist und die alten Sterne in den Kugelsternhaufen der Population II angehören. Worin sie sich aber, vom Alter abgesehen, unterscheiden, wird leider nicht ausgeführt. Verständlicherweise kann ein Buch, dass sich an Anfänger richtet nicht alles behandeln und vieles wird und muss vereinfacht dargestellt werden. Ein "Grad" bei der Temperatureinheit Kelvin gehört dennoch nicht dazu.

An der einen oder anderen Stelle könnte man sich auch noch etwas mehr Bilder wünschen, aber verständlicherweise ist der Platz begrenzt. Dafür werden die zum Teil großformatigen astronomischen Fotografien mit künstlerischen Darstellungen ergänzt, die sicher auch einen guten Beitrag zum Verständnis leisten. Lediglich die Vorliebe des Autors für das mehrfach gezeigte Sternbild Orion ist etwas störend, hier wäre etwas Abwechslung angebracht gewesen. Mit einem Preis von knapp 15 Euro für ein gebundenes Buch mit zahlreichen farbigen Abbildungen hat der "Bildatlas Astronomie" ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er kann sicher ein guter Anreiz sein für all diejenigen, die sich schon immer in das Thema Astronomie einlesen wollten.