Von den "Science Busters" dürften die meisten gehört haben. Das österreichische Wissenschaftskabarett tritt seit 2007 auf vielen Bühnen auf – vor allem in der Alpenrepublik, aber auch in Deutschland. Die Kabarettisten sind in Radio und Fernsehen präsent und haben mehrere populärwissenschaftliche Bücher verfasst, darunter "Wer nichts weiß, muss alles glauben" (2010) und "Das Universum ist eine Scheißgegend" (2015, Rezension hier). Nun legen sie einen neuen Band vor namens "Warum landen Asteroiden immer in Kratern?".

Die Frage ist ein rhetorischer Klassiker. Sie dient üblicherweise dazu, Zeitgenossen zu persiflieren, wenn diese eine Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht durchschauen. Insofern weckt der Buchtitel durchaus hohe Erwartungen, indem er auf geistreiche Satire hoffen lässt. Leider wird das nur bedingt eingelöst.

Leichte Lektüre

Beim Lesen entpuppt sich der Band als leicht verdauliche Sammlung von 33 kurzen Beiträgen, die je ein wissenschaftliches Thema salopp aufspießen. Das Spektrum ist sehr breit und reicht von Asteroiden über Klimawandel, Phantomschmerzen und Relativitätstheorie bis Zuckungen vor dem Einschlafen. Vergleicht man die Texte mit jüngeren Fernsehauftritten der "Science Busters", die auf YouTube zu finden sind, fallen viele Ähnlichkeiten auf – das Buch ist offenbar in Teilen an das Bühnenprogramm angelehnt. Einen roten Faden, der das Ganze inhaltlich zusammenhält, gibt es nicht.

Qualitativ erweisen sich die Beiträge als sehr verschieden. Manche, etwa über die Notwendigkeit von Tierversuchen, sind ausgesprochen gut. Andere lassen einen eher ratlos zurück: Was hat ein Kapitel über Laugengebäck, einschließlich Rezept, in so einem Werk zu suchen? Hier und da sorgen die Texte für Aha-Erlebnisse oder liefern gute thematische Überblicke. Generell aber vermitteln sie nichts, was man nicht auch anderswo nachschlagen kann. Fachlich scheint der Band solide zu sein, was nicht weiter überrascht: Die Autoren haben erstens selbst einen wissenschaftlichen Hintergrund und zweitens renommierte fachliche Unterstützung erhalten, wie aus der Danksagung hervorgeht. Es ist bei einem solchen Themenspektrum allerdings nicht die beste Idee, die Quellenangaben und weiterführenden Literaturempfehlungen ins Internet auszulagern.

Witz der besonderen Art

Die wichtigste Frage lautet natürlich, ob das Werk lustig ist – Bücher wie dieses liest man ja der Pointen wegen. "Durchwachsen" trifft es vielleicht am ehesten. Wer an Humor herummäkelt, betätigt sich zwar als Spaßbremse; trotzdem sei hier ein wenig Kritik erlaubt. An einigen Stellen entwickeln die Texte wirklich Komik, oft jedoch wirken sie bemüht lustig und aufgesetzt flapsig. Die vielen österreichischen Begriffe ("Krawallschani", "Ungustl") und das eingestreute Denglisch mag mancher amüsant finden. Was aber gewiss nicht allen zusagt, ist das häufige Spiel mit Derbheiten ("Warum stinkt Bierschiss so ekelhaft?").

Potenzielle Leser(innen), die einen Kauf des Bands erwägen, tun gut daran, sich erst im Internet einige neuere "Science Busters"-Auftritte anzusehen. Wer sich mit dem dort dargebotenen Humor nicht anfreunden kann, wird auch an dem Buch keine Freude haben.