Rezension | 14.02.2012 | Drucken | Teilen

Farbiger Astronomie-Einstieg

Mit "Das Kosmos-Buch der Astronomie" von Govert Schilling ist ein Buch für Astronomie-Anfänger erschienen, das einen Überblick über die verschiedenen Gebiete der Astronomie vermitteln möchte. Wobei sich das Werk auch als Einstiegshilfe in die beobachtende Astronomie verstehen lässt, denn neben Stern- und Mondkarten finden sich immer wieder Beobachtungsvorschläge, die den Leser an leicht zu sichtende Objekte heranführen. Darüber hinaus gibt es über das ganze Buch verteilt Tipps, die den Leser auffordern, "selbst aktiv zu werden".

Das Buch selbst ist halbseitig aufgebaut: Auf der oberen Hälfte einer Seite sind Bilder von unterschiedlichen astronomischen Objekten, Teleskopen und ähnlichem abgebildet, während sich der Text auf der unteren Hälfte findet. Zusätzlich ist jede Fußzeile noch mit einigen ergänzenden Informationen gespickt, die mal informativer, mal lustiger Natur sind. Obwohl das Buch bereits in der zweiten vollständig überarbeiteten Auflage erschien, bedarf es an einigen Stellen noch der Verbesserung. So wird beispielsweise davon gesprochen, dass die Venus nur vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang zu sehen ist, während zwei Absätze später beschrieben wird, wie er die Venus auch tagsüber beobachten kann. Dies dürfte den unkundigen Leser sicherlich verwirren.

Ebenfalls für den Einsteiger erschwerend dürfte der Aufbau des Buchs gleich zu Anfang sein. Dort wird, ausgehend von der Geschichte der Astronomie, auf die gegenwärtigen Entwicklungen großer Teleskope eingegangen. Eine Einführung der verschiedenen Teleskope und Montierungen findet sich aber erst viel später, was das Verständnis der beschriebenen Instrumente erschweren kann. Auch bei der Anordnung der Bilder hätte ich mir mehr Sorgfalt gewünscht, so werden an einer Stelle verschiedene Planetoiden in gleicher Größe dargestellt. Auf dem Bild sind jedoch zwei der genannten Objekte gar nicht zu erkennen, da sie wohl von der Bildunterschrift verdeckt werden. Einige ergänzende Grafiken, beispielsweise von den verschiedenen Teleskopmontierungen, wären auch nützlich.

Trotz dieser Kritik möchte ich nicht den Eindruck erwecken, das Buch an sich sei schlecht. Denn die vielen Beobachtungshinweise und Tipps, die sich teilweise im Text oder in ergänzenden Tabellen finden, beispielsweise zu Doppelsternen, gleichen dies durchaus wieder aus. Schließlich nimmt "Das Kosmos-Buch der Astronomie" für sich auch nicht in Anspruch, vollständig zu sein, es animiert aber den Leser zur aktiven Beobachtung des Sternenhimmels – was oft ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum Hobby-Astronomen ist.

Sterne und Weltraum 3/2012
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