Vom ersten Steinzeitwerkzeug bis hin zu Raketen und Atomkraft: Zu allen Zeiten haben Menschen mit ihren Erfindungen die Welt verändert. Das Buch "Wissenschaft – voll gefährlich" lässt uns ihre Geschichten miterleben und zeigt dabei, dass Forschung alles andere als harmlos ist! Schon der erste Faustkeil konnte nicht nur zum Zerteilen von Nahrung, sondern auch als Waffe dienen. Und bevor unsere heutigen Flugzeuge entwickelt werden konnten, hat so mancher wagemutige Tüftler beim Testen von abenteuerlichen Fluggeräten sein Leben riskiert.

Gefährliche Experimente verspricht der Autor Sean Connolly auch den Lesern seines Buches. Zu jedem der 50 Versuche gibt es ein "Katastroph-O-Meter", das in Gefahrenstufen von eins bis vier anzeigt, was alles passieren könnte. Ihr braucht euch aber keine Sorgen machen, dass ihr euer Zimmer beim Ausprobieren in die Luft jagt. Meist besteht nur das "Risiko einer gewissen Unordnung" und sobald auch nur ein Messer oder heißes Wasser ins Spiel kommen, zeigt das "Katastroph-O-Meter" die höchste Gefahrenstufen an.

Das Spannende an dem Buch sind aber weniger die Experimente selbst. Die sind meistens nicht besonders aufregend. Statt, wie auf dem Cover versprochen, Schießpulver herzustellen, sollt ihr einen Nagel beim Rosten beobachten. Und als Experiment zur Elektrizität wird vorgeschlagen, einen Luftballon an einem Wollpulli zu reiben. Das klingt erstmal ziemlich langweilig. Wenn man sich aber die Erklärungen durchliest, merkt man, dass es gar nicht darum geht, die gefährlichen Entdeckungen eins zu eins nachzumachen. Viel mehr helfen die Experimente, die grundlegenden Prinzipien zu verstehen. Und wenn man, während man den Luftballon reibt, darüber nachdenkt, welche winzigen Teilchen sich währenddessen anziehen oder abstoßen, ist sogar dieser simple Versuch wieder interessant.

Ein Nachteil ist allerdings, dass das Buch aus Amerika stammt und manche der Materialen in Deutschland nur schwer zu bekommen sind. Eines der Experimente funktioniert zum Beispiel nur mit amerikanischen Penny-Münzen, nicht mit deutschen Cent-Stücken. Doch auch wenn man nicht jedes Experiment nachmachen kann und auch nicht jedes Experiment das gewünschte Ergebnis liefert, lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit dem Buch zu beschäftigen. Es ist mit Bildern und Karikaturen schön gestaltet, erzählt anschaulich und lebendig wichtige Abschnitte der menschlichen Geschichte von der Steinzeit bis heute und erklärt leicht verständlich die wissenschaftlichen Hintergründe der Erfindungen. Zu den Experimenten gibt es jeweils eine bebilderte Anleitung, eine übersichtliche Materialliste und Hinweise, worauf man besonders achten sollte. Empfohlen ist das Buch für "mutige junge Wissenschaftler" ab neun Jahren.

Fazit: Wer sich für die Geschichten hinter den großen Entdeckungen interessiert und gerne darüber nachdenkt, was Wissenschaft eigentlich für den Menschen bedeutet, für den wird dieses Buch sehr spannend sein. Von den Experimenten darf man allerdings nicht zu viel erwarten.