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England: Der Schmuck der Äbtissin

Gold und Granat schmückten einst eine angelsächsische Frau, die im 7. Jahrhundert begraben wurde. Die außergewöhnliche Kette zeichne sie als hochstehende Geistliche aus, sagen Archäologen.
Originalfund und rekonstruierte Kette

Originalfund und rekonstruierte Kette

Ein Kreuz und Anhänger aus Gold, Granat, Glas und Halbedelsteinen – 30 Elemente waren einst an der Kette aufgereiht, die zwischen 630 und 670 einer Frau ins Grab gelegt wurde. Deren Ruhestätte haben Archäologen des Museum of London Archaeology im englischen Northamptonshire ausgegraben. Es sei einer der bedeutendsten Grabfunde aus angelsächsischer Zeit in Großbritannien, wie das Museum verkündet.

Die Beigabe, die im Halsbereich der Toten lag, zeichne die Verstorbene als Frau der gesellschaftlichen Elite aus, vielleicht war sie eine Äbtissin gewesen oder gehörte dem Königshaus an, wie die Ausgräber gemäß einer Pressemitteilung vermuten. Vom menschlichen Skelett fanden die Forschenden fast keine Spuren mehr, dafür detektierten sie im Erdreich des Grabs, das sie als Block aus dem Boden gehoben hatten, noch weitere Beigaben: etwa ein üppig dekoriertes Kreuz, das mit Granaten und silbernen Masken besetzt ist. Dieser Fund unterstreicht die These der Ausgräber, dass es sich bei der Toten um eine hochstehende Geistliche handelte. Inzwischen haben Restauratoren die Kette aus dem »Harpole Treasure« – dem Schatzfund von Harpole, wie die Entdecker den Fund tauften – gereinigt. Im Bild ist das Schmuckstück links im Original und rechts in einer Rekonstruktionszeichnung zu sehen.

Eine ähnliche Kette aus Gold und Granat, die vermutlich ebenso alt ist wie der Schmuck aus dem »Harpole Treasure«, kam 1876 in Northamptonshire ans Licht. Die so genannte Desborough-Kette wird heute im British Museum aufbewahrt.

Anm. der Redaktion: Zuvor hatten wir berichtet, dass die Kette rechts das restaurierte Schmuckstück zeigt. Es handelt sich aber um eine Rekonstruktionszeichnung. Wir haben den Fehler korrigiert.

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