Bilder der Woche | 19.12.2012

Klein, aber oho

Guter Boden durch Mikroverdau
  Guter Boden durch Mikroverdau

Ein guter Boden braucht seine Zeit, die richtigen Zutaten und gute Mitarbeiter: Organische Überreste sowie Pilze und Bakterien (wie hier in gelb Hyphomicrobium), die das Zerkleinern besorgen. In der Diskussion um die abgestorbene organische Substanz, die den Boden schließlich bereichert, wurden diese hilfreichen Mikroorganismen jedoch lange übersehen: Zerfallendes Pflanzenmaterial galt als Hauptlieferant der organischen Fraktion. Laborexperimente und Freilanduntersuchungen zeigen nun aber, dass etwa 40 Prozent der abgestorbenen Mikroorganismenzellen (Fragmente hier in rot dargestellt) in organische Bodenbestandteile umgewandelt werden, berichten Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschungszentrums.

Die Wissenschaftler um Christian Schurig hatten zunächst im Labor mit Hilfe von Isotopenmarkierung das Schicksal des Kohlenstoffs von Bakterien verfolgt. Nach 224 Tagen fanden sie überall in ihren Bodenproben Überreste ihrer einstigen Zellwände: Ein regelrechter Film aus organischen Molekülen bedeckte die mineralischen Bodenpartikeln. An frisch entstandenem Boden vor dem Dammagletscher im Schweizer Kanton Uri konnten die Forscher ebenfalls nachweisen, dass mit wachsendem Alter der Bodenproben auch der organische Film aus den Rückständen von Bakterienzellwänden zugenommen hatte. Demnach wird der größte Teil des Pflanzenmaterials zunächst von den Mikroorganismen aufgenommen und erst durch ihr Absterben als organische Substanz für den Boden verfügbar.

Biogeochemistry 10.1007/s10533-012-9791-3, 2012

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