Überrückenwindschnell

Schnell(er) als der Wind!
© Rick Cavallaro (www.fasterthanthewind.org)
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DDWFTTW - hinter diesem kryptischen Kürzel verbirgt sich die Herausforderung, der sich Rick Cavallaro und sein Team seit einigen Jahren stellen: Kann man "Directly DownWind Faster Than The Wind", also bei direktem Rückenwind schneller als der Wind fahren?

Man kann. Die Richtung des roten Wimpels am Bug des Fahrzeugs beweist es: Trotz Rückenwind bläst der Fahrtwind den Wimpel nach hinten. Mit ihrem Eigenbau legten die Tüftler jetzt bei Testfahrten Geschwindigkeiten hin, bei der sie die vorherrschende Windgeschwindigkeit sogar um das 2,85-Fache übertrafen. Das funktioniert nur mit raffinierter Technik. Denn normalerweise sinkt die Beschleunigung auf Null, sobald die Eigengeschwindigkeit des Fahrzeugs die des Windes erreicht.

Der Clou: Der "Blackbird" verfügt über einen riesigen Propeller, der allerdings nicht vom Wind angetrieben wird (dann nämlich bliebe das Problem bestehen), sondern von den Rädern und dadurch das Fahrzeug nach vorne treibt. Der Rückkopplungseffekt sorgt für eine immer rasantere Beschleunigung, die erst endet, wenn der Luftwiderstand das Gefährt einbremst. In diesem Video sieht man den "Blackbird" in Aktion.

Cavallaro - seines Zeichens Aerodynamiker und Hobby-Paraglider - hat hier durch die Praxis bewiesen, was unter Physikern bislang heiß diskutiert war. Für viele galt die Möglichkeit des DDWFTTW nämlich als prinzipiell ausgeschlossen. Bestens erprobt ist es hingegen, sich mit einem Segelboot schneller als der Wind vorwärts zu bewegen - allerdings funktioniert das nur, wenn der Wind schräg von hinten weht (Raumschotkurs) und die Segel dadurch zusätzlich in einem spitzen Winkel zur Fahrtrichtung angeströmt werden. Derselbe aerodynamische Effekt, der einem Flugzeug Auftrieb verleiht, saugt dabei das Schiff nach vorne. (jd)


Anm. der Redaktion: In einer ursprünglichen Fassung dieses Artikel hatten wir mit den Tücken des Winds zu kämpfen. So wurde fälscherlicherweise behauptet, man könne schneller segeln als der Wind, wenn dieser schräg von vorne wehe. Außerdem haben wir eine unklare Formulierung beseitigt. Die Fehler bitten wir zu entschuldigen!