Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Meeresalgen

    21.02.2012, Karl Bednarik
    Wenn man Cyanobakterien oder ein- oder mehrzellige Algen aus dem Meer verwendet, dann benötigt man für die Primärproduktion weder Ackerland noch Süsswasser.
  • Verwirrende Zahlen – Energieausbeuteberechnung von Windenergieanlagen

    21.02.2012, Martin Klingmüller
    Kommentar zur Antwort des Autors auf den Leserbrief von Fabian Cundano Maltez (Spektrum März 2012):

    Damit wäre also wieder einmal gezeigt, wie bei der Kosten-Nutzen-Rechnung von Windenergieanlagen falsche Annahmen zu einer Verzerrung der tatsächlichen Situation führen. Der Autor Gerhard Samulat rechnet vor, wie viele Haushalte mit einer Windernergieanlage des Typs Enercon E165 theoretisch versorgt werden können. Hierbei wird die installierte Generatorleistung zu Grunde gelegt, was grob irreführend ist. Tatsächlich muss mit einem mittleren Wirkungsgrad im Jahresmittel von bestenfalls zirka 20% gerechnet werden. Damit verringert sich die Zahl der mit dieser Anlage zu versorgenden Haushalte von zirka 15 0000 auf zirka 3000.
    Dies erklärt wahrscheinlich die von Fabian Cundano Maltez monierte Widersprüchlichkeit der Darstellungen zur Effektivität von WEA.



    Antwort der Redaktion:
    Bitte beachten Sie die Stellungnahmen des Autors: Kommentare 12, 18 und 19!
  • Zwischen Leistung und Ernergie unterscheiden!

    21.02.2012, Horst Fickelscher, Heidenheim
    Verwirrend und beschämend ist die Antwort des Autors Gerhard Samulat auf die berechtigte Frage von Fabian Cundano Maltez aus Erfurt: als Physiker (kaum fasslich) unterscheidet Herr Samulat wie leider viele Journalisten nicht zwischen den physikalischen Begriffen Leistung (z. B. kW) und Energie (z. B. kWh) und kommt so mit seiner Rechnung auf die verwirrenden Zahlen im beanstandeten Artikel "Die Zukunft der Energie", Teil 2: Frische Brise, Januar 22012, S. 78.



    Antwort der Redaktion:
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  • Und was ist mir der eigentlichen Ursache?

    21.02.2012, Gilbert Brands
    Wie selbstverständlich wächst die Bevölkerungskurve undiskutiert weiter, obwohl in der maßlosen Überbevölkerung die eigentliche Ursache für die Probleme liegt. Statt froh zu sein, dass wenigstens in den Industrieländern die Bevölkerung inzwischen fast stagniert oder schrumpft - man sollte das Phänomen durchaus einmal als evolutionäre Antwort der Natur auf den Menschen diskutieren - wird über das Aussterben bspw. der Deutschen diskutiert und krampfhaft aus dem Reservoir, das die Entwicklungsstufe noch nicht erreicht hat, nachgefüllt.

    Und so kommen weiter gute Ideen, die sich in der Anwendung wieder als genau die wirren Ideen erweisen werden, die heute die guten Ideen von gestern sind. Dabei schreckt man noch nicht einmal vor Falschinformationen zurück: Stroh ist inzwischen kein Reststoff in der Landwirtschaft mehr, sondern ein in vielen Gebieten genutzter Rohstoff - und schon wieder ist eine Konkurenzsituation geschaffen.
  • Unstete Windenergie und Versorgung der Haushalte

    20.02.2012, Gerhard Samulat, Wiesbaden
    Liebe Leser,

    es gibt einige Irritationen über die im Artikel „Frische Brise“ genannten Zahlen. Insbesondere geht es um die Frage, wie viele Haushalte eine Windkraftanlage mit einer Nennleistung von 7,5 Megawatt mit Strom versorgen könne. Da der Unterschied zwischen Energie und Leistung der Faktor Zeit ist, und die Windenergie unstet ist, ist diese Frage nicht ganz einfach zu beantworten, weil die Anzahl der Haushalte je nach Wind zwischen null und 18771 liegt (wenn man die Anlage bei Erreichen der Nennleistung abregelt und davon ausgeht, dass der durchschnittliche Bedarf eines Haushalts bei 3500 Kilowattstunden im Jahr liegt). Um eine Orientierung für den Leser zu geben, wurde der Wert nun mit „gut 10 000 Haushalte“ angegeben. Das ist weniger als das (maximale) Potenzial, das richtigerweise angegeben werden müsste, weil es hier eben um die Beschreibung eines Potenzials geht, aber mehr als der über das Jahr zu erwartende Wert, weil sich die Anlage – wie viele Leser richtigerweise bemerkten – nicht kontinuierlich dreht. (Genau aus diesem Grund steht in dem Artikel ja auch nicht, dass die Anlage diese Haushalte „kontinuierlich“ mit Strom versorgen könnte!). Es ging hier ausschließlich darum, eine realistische Größenordnung anzugeben.

    Hätte man sich intensiver mit dem „Potenzial“ dieser Windkraftanlage beschäftigen wollen, hätte man in der Tat mit Wahrscheinlichkeitswerten und Durchschnittsangaben hantieren müssen. Schon zu Beginn des Beitrags heißt es ja, dass die Windräder in den vergangenen zehn Jahren (in Deutschland) ausschließlich zu knapp 17 Prozent der Zeit liefen (lokale Variationen sind hier ebenfalls gemittelt). Rechnet man diesen Faktor hinein – so wie es einige Leser bereits machten –, dann käme man auf einen Wert von rund 3000 Haushalten (3191 um genau zu sein). Diese könnten mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie ihren gesamten Strombedarf im Jahr über die (besondere) Windkraftanlage decken könnten. Ob dem dann aber wirklich so ist, weiß nur der Wind. Mathematik ist schön – die Realität hat aber oft ihre eigenen Gesetze.

    Aus diesem Grund war es uns in dem Beitrag übrigens auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass dringend an der Entwicklung von Speichertechnologien gearbeitet werden müsse, um die Leistung der Anlagen verstetigen zu können, und dass es dafür bereits einige sehr aussichtsreiche Strategien gibt.

  • Rechnung mit fettem Fehler

    20.02.2012, Helmut Hubert
    Fabian Cundano Maltez, Erfurt hatte eine große Diskrepanz bei den Angaben, wie viele Haushalte die beiden verglichenen Windkraftanlagen versorgen können, gefunden.

    Der Autor Gerhard Samulat erklärt diese Diskrepanz und beendet seine Erklärung mit: Die Aussage kann also so stehen bleiben und hat nichts mit Schönfärberei oder gar Lobbyismus zu tun.

    Nur, seine Rechnung enthält einen fetten Fehler, der eben doch – absichtlich?? – nach Schönfärberei oder gar Lobbyismus aussieht.

    Sein Fehler besteht darin, dass er für die Anlage Enercon E-126 die Jahresstunden 8760 einsetzt, während doch nur die Volllaststunden verwendet werden dürfen! Diese liegen für Onshore-Anlagen bei zirka 2000 h, bei Offshore-Anlagen bei zirka 4000 h.

    In http://de.wikipedia.org/wiki/Enercon#E-126_.2F_6_.287.2C5.29_MW wird ein Ertrag von 20 GWh/Jahr für Enercon E-126 erwartet (zirka 2666 Volllaststunden!).

    Daraus erhält man direkt 4444 Haushalte. Nach der gleichen großzügigen Abrundung bleiben noch 3046 Haushalte.
    Antwort der Redaktion:
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  • Nennleistung und tatsächlich erbrachte Leistung

    20.02.2012, Dr. Ing. Gerhard Wedekind, Immenstaad
    Bei den Angaben der Leistung und der versorgten Haushalte wird oft die "Nennleistung" und die tatsächlich erbrachte Leistung durcheinandergebracht. So ist zum Beispiel die "Nennleistung" (oder installierte Leistung) der Windkraftanlage "Enercon E-126" 7.5 [MW], aber die tatsächlich erbrachte Leistung ist (von Jahr abhängig) im Schnitt in Deutschland nur ca 17% davon (= durchschnittliche Auslastung: siehe z. B. Wikipedia, Windenergie). Gehen wir von den 4500 [kWh] eines Haushaltes aus, d. h. einer mittleren Leistung von 0.510 [kW], dann versorgt man mit einer E-126 7.5 [MW]*1000*0.17/0.510 = 2500 Haushalte. Bei der Fotovoltaik ist das Verhältnis von tatsächlich erbrachter und Nennleistung sogar nur etwa 8% - weil nachts die Sonne nicht scheint.
    Antwort der Redaktion:
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  • Annahmen und Lobbyrechnung

    20.02.2012, Richard Fischer, Dipl. Ing., Neuhausen a. Rhf. (Schweiz)
    Für mich ist die Antwort des Autors Gerhard Samulat eine typische Lobbyrechnung und daher falsch (Annahmen)! Sehr wünschenswert wäre es, wenn man endlich immer auch zusätzliche Schätzungen der Energieernte z. B. in kWh (oder GWh bzw. TWh) pro Jahr zu den MW angeben würde! Nach meiner praktischen Erfahrung gilt: Energieangabe NUR in MW bzw. Anzahl Haushalte oder Kernkraftwerke (nicht transparente Rechnerei) ist mehr oder weniger ein Lobbyist!

    Meine Annahmen: Die Ausnützungziffer der 7,5 MW Anlage sei 0,17 (ungefährer Durchschnitt für Windanlagen in Deutschland) und für die verschiedenen Übertragungsverluste den Faktor 0,9. In Wirklichkeit ist dieser Wert wohl noch kleiner, da auf Grund der extrem unregelmässigen Windleistungen (Spannungsschwankungen), diese ausgeglichen werden müssen.
    Das ergibt ohne Grosszügigkeit im Sinn von Hr. Samulat:
    (7500 kW x 0,17 x 0,9 x 8760 h) / 3500 kWh = 2872 Haushalte

    Pro MW sind dies 383 Haushalte, und man kommt im Vergleich den 200 "Einfamilienhäuser", die im Durchschnitt sicher mehr Energie verbrauchen, als z. B. Wohnblockhaushalte (oft nur eine Person) schon sehr viel näher!

    Man beachte, bei Windflaute erzeugen auch Windanlagen von 7,5 MW installierter Leistung keine Energie und damit Strom für null Haushalte!

    Zusätzliches:
    Ich bin seit 1982 Leser von "Spektrum der Wissenschaft" und würde es sehr schade finden, wenn Lobbyisten dieser seriösen Zeitschrift in der Glaubwürdigkeit massiv Schaden könnten. Ich habe nichts gegen eine echte Diskussion um so genannte Alternativenergien, aber durchsetzen können sie sich nach meiner Überzeugung in den Schwellenländern bzw. Entwicklungsländern erst, wenn sie auch preislich konkurrenzfähig sind und nicht den Druck auf die Urwaldabholzung erhöhen oder die Lebensmittelproduktion konkurrenzieren! Es ist also anzustreben, im Winter endlich z. B. die Kohlekraftwerke preislich zu konkurrenzieren oder den Klimawandel zu akzeptieren, wie seinerzeit das Waldsterben.

    Auch wenn die so genannten Potenziale sehr eindrückliche Zahlen liefern, aber wie können wir z. B. die Windenergie in grösseren Höhen (km) ernten? Stehen uns die Rohstoffe für die entsprechende Menge an Kraftwerke zur Verfügung? In der Erdölindustrie zählt bei den Reserven auch nur die förderbare Menge und nicht das Potenzial an vorhandenem Öl.

    Überall setzt uns die Natur irgendwelche Grenzen, auch längerfristig beim Dünger für Nahrungsmittel bzw. Biodiesel! Was sind erneuerbare Energien unter der Betrachtung begrenzter Rohstoffe, wie z. B. Phosphate (Dünger)? Es braucht daher auch Energie und Techniken für Recycling, Bergbau, usw.! Und natürlich auch Praktiker, die wissen, dass Energie die Einheiten wie kWh bzw. J hat. Auf MW ideologisierte Theoretiker (Wichtigtuer) sind doch in jeder Beziehung schädlich, weil sie Forschungsgelder in die falschen Kanäle leiten!
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  • Haarsträubende Rechnung

    20.02.2012, Hayo Sieckmann
    Die Antwort von Gerhard Samulat auf den sehr berechtigten Einwand von Herrn Fabian Cundano Maltez zeigt, wie schlecht die Artikel auf Plausibilität geprüft werden. Die Rechnung von Herrn Samulat ist haarsträubend. Eine E-126, wie sie im sehr windhöfigen Gerorgsheil steht, produziert etwa 3400 Stunden Strom im Jahr. Die 3500 kWh Stromverbrauch eines Haushaltes sind ein alter Wert, die 4500 kWh entsprechen mehr der Realität, sind also kein Wert mit Sicherheitsmarge. Es müssen die Energiemengen dividiert werden, und weil der Wind sich über die Jahre unterschiedlich zeigt, am besten auch noch über zehn Jahre gemittelt, bzw. über die Gesamtlaufzeit der Windkraftanlage. Hinzu kommt das Verbrauch und Produktion sehr stark auseinanderliegen. Die Windrotoren können durchaus für 10 Tage nacheinander stillstehen. Und eine kleine Recherche bei Enercon http://www.enercon.de/p/downloads/WB-0108-dt.pdf hätte zu Tage gefördert, dass selbst der Hersteller Enercon nur von 5000 Haushalten bei der 6 MW Anlage spricht. In der Spitze können 5000 Haushalte, wenn es ungünstig läuft, durchaus 50 MW Stromleistung fordern. Also Wind kann viel Strom übers Jahr liefern, aber um einen effektiven Speicher kommen wir nicht herum. Brennstoffzellen mit Wasserstoff aus dem Gasnetz könnten in jedem Haus den Strom in dem Augenblick liefern, in dem er auch gebraucht wird.
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  • Windverhältnisse wesentlich weniger optimal

    20.02.2012, Christoph Staub, Zürich
    Die Antwort von Gerhard Samulat lässt erkennen, wo die Diskrepanz der Zahlen herkommt. Herr Samulat geht fälschlicherweise davon aus, dass die Auslastung der Windkraftanlage 100% beträgt, d. h. dass die Windkraftanlage in jeder Stunde ihre Maximalleistung produziert. In Wirklichkeit sind die Windverhältnisse aber wesentlich weniger optimal, in Deutschland z. B. war die durchschnittliche Auslastung in den letzten 10 Jahren zwischen 14% und 20.5% (http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie). Die 14% entsprechen etwa dem von Herrn Maltez festgestellten Faktor sieben.
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  • Leistung rund um die Uhr?

    20.02.2012, Karl-Heinz Haid, Isny-Beuren
    Herr Samulat demonstriert in seiner Antwort wie in Veröffentlichungen zu erneuerbaren Energien immer wieder die tollsten Zahlen zu Stande kommen. Man rechnet mit Leistungen und spricht von Energieversorgung. Herr Samulat geht in seiner Rechnung davon aus, dass sein Enercon-Generator rund um die Uhr und das ganze Jahr hindurch 7,5 MW leistet, was in keiner Weise der Fall ist. Die Leistung der Maschine liegt zwischen 0 und 7,5 MW je nach Windstärke, und für die Versorgung der Haushalte kommt es auf die dabei umgesetzte Energie an.
    Die fiktive Zahl der von einem Windgenerator versorgten Haushalte erhält man, wenn man die im Jahr umgesetzte Arbeit durch die 3500 kWh teilt, die ein Haushalt in dieser Zeit verbraucht. Fiktiv ist das Ergebnis einerseits, weil Angebot und Nachfrage zeitlich nicht zusammenpassen und die Haushaltssteckdose die meiste Zeit Strom aus Laufwasser- und Heizkraftwerken (auch KKW) zur Verfügung stellt, und andererseits, weil die an den Arbeitsplätzen verbrauchte Energie, an denen das Geld verdient wird, mit dem sich der Haushalt seinen Energieverbrauch leisten kann, unberücksichtigt bleibt – ebenso wie die zur Produktion der im Haushalt konsumierten Güter benötigte Energie.
    Antwort der Redaktion:
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  • Reichlich spekulativ

    20.02.2012, Paul Kalbhen, Gummersbach
    Klingt es nicht mehr nach persönlicher Glaubensüberzeugung als nach wissenschaftlicher Beweiskraft, wenn Michael Springer sich "sicher" ist, dass es auf fernen Exoplaneten intelligentes Leben gibt. Reichlich spekulatives Denken gab es schon immer bei der Frage nach der so genannten Exobiologie auf anderen Planetensystemen. Die Meinungsführer unter den Astrophysikern bezüglich außerirdischen - extraterrestrischen - intelligenten Lebens spalten sich in zwei kontroverse Lager: Je nach ihnen genehmer Wahrscheinlichkeitsrechnung kommen sie entweder auf den Grenzwert "null" oder aber auf den Grenzwert "eins" für die Wahrscheinlichkeit intelligenten Lebens im Weltall, also sehen sie die Existenz extraterrestrischer Lebewesen als höchst unwahrscheinlich oder als höchst wahrscheinlich an. Wenn man auch organische Moleküle und Verbindungen im Weltraum nachgewiesen hat, so ist damit noch lange nicht gesichert, dass eine Entwicklung von fremden Intelligenzen auf anderen Planeten stattgefunden hat. So weist das eine Lager des so genannten (schwachen) anthropischen Prinzips auf die hochsensiblen Feinabstimmungen von Gesetzen und Naturkonstanten in der kosmologischen und biologischen Evolution auf der Erde hin, die erst die Vielzahl zueinanderpassender Bedingungen für die "Einmaligkeit" menschlichen Lebens geschaffen haben - wie Stabilität der Erdachse, Einstrahlung der Sonne, Temperatur und Klima der Erde, Entstehung des Lebens auf Kohlenstoffbasis und so fort. Das andere Lager der "unbegrenzten Möglichkeiten" weist auf die Vielfalt der anderen Galaxien mit Abermilliarden von Fixsternen (und entsprechend zahlreich angenommenen Planeten) hin und nimmt die nahezu "unendlich" gegebenen Möglichkeiten zur Evolution intelligenten Lebens als Indiz für außerirdische Bewohner des Weltalls. Freilich ist hier schon einschränkend zu vermerken, dass trotz der Vielzahl neu entdeckter Exoplaneten deren chemische Zusammensetzung völlig anders als auf unserer Erde sein mag.
    Lassen wir eine ähnliche Natur- und Evolutionsgesetzlichkeit in der komplexen Entwicklung der Lebewesen wie auf der Erde zu, so bleibt doch die mathematische Folgerung: Die Grenzzahl "null" als Maß der Wahrscheinlichkeit menschlicher Existenz - für das Kalkül des "anthropischen Prinzips" - multipliziert mit der Grenzzahl "unendlich" als Maß bewohnbarer Planeten im All - für den Markt der "unbegrenzten Möglichkeiten" - führt zu einem "unbestimmten" Ergebnis für Leben im All. Denn das Produkt aus "null mal unendlich" kann in der Mathematik jede beliebige endliche Zahl darstellen, bis zum Grenzwert "null" (nach Bernoulli-l'Hospital) - wogegen dann freilich für diese Unwahrscheinlichkeit intelligenten Lebens Michael Springers eigene Existenz sprechen würde.
  • Stellungnahme eines neutralen Wissenschaftlers wünschenswert

    20.02.2012, Werner Kohl
    Der Artikel von Dr. Rahmstorf (PIK) zielt m.E., ohne dies explizit zu erwähnen, unmittelbar auf das eben erschienene und sehr kontrovers diskutierte Buch "Die kalte Sonne" von Vahrenholt/Lüning ab.

    Nachdem in diesem Buch die Methoden/Ergebnisse von IPCC und auch PIK kritisiert werden, wäre es vielleicht wünschenswert gewesen, diesen Artikel von einem nicht dem PIK zugehörigen Wissenschaftler verfassen zu lassen - beispielsweise von Prof. Hans von Storch, der auch international sehr renommiert ist. Ich rege hiermit an, dies auf "spektrum.de" oder in "Spektrum der Wissenschaft" nachzuholen.

    Die IPCC-Prognose der Weltklimaentwicklung scheint den Kontroversen zufolge nicht gesichert zu sein. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass Ihre Leserschaft dieses Thema von mehreren Seiten beleuchtet sehen will.
  • Herr im Himmel...

    20.02.2012, Dominique Boursillon
    So wie es aussieht, haben Sie eine Lawine losgetreten. Seit zwei Monaten erhalten Sie Kommentare zum Thema; die meisten sind wenig schmeichelhaft für den Glauben als solchen und für die Wissenschaftlichkeit der Theologie. Immerhin gibt es einige Antworten Herrn Tapps und auf eine davon würde ich gerne kurz eingehen.

    Auf den Einwand Herrn Schoders (Nr. 34) meinte Herr Tapp glauben und fragen seien kompatibel und sogar aufeinander angewiesen. Das Argument sei die Unsicherheit bezüglich der Existenz Gottes!

    Wer bis hier nicht verwirrt oder gar enttäuscht war über die Argumentationsarmut der Theologie, dem wird es jetzt nicht viel besser gehen … Zuerst stellt sich die Frage, warum die Möglichkeit der Existenz eines Gottes dem Ungläubigen ein Stachel sein sollte? Wenn es einen Gott gibt, dann ist doch alles in Ordnung. Nur mit dem Unterschied, dass er jetzt die Gewissheit hat nach dem Tod im Himmel zu landen. Mehr bedeutet das nicht … Andersrum aber: Wenn der Gläubige die Existenz Gottes hinterfragt und im dämmert, dass es keinen Gott gibt sind Jahre der Hingabe, des Glaubens und Strebens als sinnlos entlarvt – das ist die Hölle!

    Herr Tapp endet seinen Kommentar damit: „Das Pathos, die Wahrheit zu besitzen, steht keinem gut an.“ Was aber und vor allem warum soll ich glauben, wenn der Glaube falsch sein könnte? Der Glaube beinhaltet die Wahrheit als fundamentales Prinzip! Früher war die Welt einfach: Die Gläubigen und Gottesfürchtigen kamen in den Himmel, die anderen in die Hölle. Da hatte Glauben ein Sinn und vor allem ein Ziel … Heute ist das aber nicht mehr so; die Theologie hat Gott so gütig und gnädig gemacht, seine Gebote so stark verwässert, dass der Glaube für das Himmelreich nicht mehr notwendig ist. Man kann also die Zeit, die man sonst für religiöse Zwecke verbringt, gefahrlos anderem widmen, das Himmelreich und die Liebe Gottes ist einem immer sicher!

    Ich verstehe nicht, warum so ein Fass aufgemacht wird. Es soll und kann doch jeder glauben oder nicht glauben, was er will. Was die modernen Theologen bezwecken ist mir nach der Lektüre Ihres Beitrags schleierhafter denn je. Eines scheint aber sicher: Nachdem die Theologen nachweislich keinen wertvollen oder befriedigenden Beitrag zum Nutzen des Glaubens liefern können, ist doch das einzige wirklich sinnvolle, dass sie sich aus allen Glaubensfragen raushalten.
  • UV-Strahlung

    19.02.2012, Klaus Lorch
    Die Idee, dass Leben in der Umgebung heißer Quellen entstanden ist, gefällt mir persönlich sehr gut, insbesondere wegen des dort herrschenden, dicht beieinander liegenden pH-Gefälles und Konzentrationsgefälles an Elementen. Mich überzeugt auch der Teil der Erklärung, in dem es um Phosphor, Zink und Kalium geht. Aber warum nicht an Quellen, die unter Wasser lagen? Waren an Land die (UV)-Strahlenwerte ohne Ozonschicht (die es in der damals vermutlich sauerstofffreien bzw. sauerstoffarmen Atmosphäre nicht gab) nicht zunächst sehr lebensfeindlich? Oder anders formuliert: Konnte eine ausreichende Menge an Makromolekülen entstehen, die, einmal ins Urmeer gespült - dort die Grundlage für Leben bilden. Waren sie unter der vermuteten Strahlenbelastung langlebig genug?
    Antwort der Redaktion:
    UV-Strahlung spielt in Mulkidjanians Thesen zur Bedeutung des Zink eine entscheidende Rolle. Zinkmineralien katalysieren unter UV-Licht die Fixierung von Kohlendioxid und sind selbst gute UV-Absorber. So hätten sie nicht nur zur Bildung organischer Verbindungen beitragen können, sondern anschließend auch zu ihrem Schutz. Eine ausführliche Zusammenfassung dieser Ideen liefert dieser Beitrag.

    L.F.
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