Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Vermenschlichung der Wissenschaft

    24.10.2009, Rolf Schauder, Frankfurt
    Die Menschen scheinen immer noch zu glauben, sie seien der Mittelpunkt der Welt.

    "Schlüsselmikrobe beherrscht marine Todeszone" - so der Titel. Beschrieben wird ein Forschungsergebnis, demzufolge ein offenbar sulfidoxidierendes, nitratreduzierendes autotrophes Bakterium der vorherrschende Mikroorganismus in einem sauerstofffreien marinen Lebensraum sei. Schön, das finde ich ja interessant - wenn es denn auch so beschrieben wäre. Nein: Der Fokus liegt in dem Bericht auf den "Todeszonen". Bereiche, die offenbar kein Leben enthalten, da dort der Sauerstoff fehlt. Richtig ist, dass ich als Mensch dort nicht überleben könnte. Was aber ist das Besondere für die vielen Bakterien, die gerade dort ihr Auskommen finden? So wie bei der Herstellung von Joghurt, Käse, Wein? Oder bei Biogas? Ist die Abwesenheit von Sauerstoff grundsätzlich tödlich? Nein. Es schwimmen in solchen Bereichen nur keine Fische rum, oder andere so genannte "höhere" Lebewesen. Aber das bedeutet nicht, dass diese Biotope tot seien. Ganz im Gegenteil.

    In die gleiche Richtung zielt die Bemerkung, die Bakterien würden "schädliches Sulfid" entfernen, aber im Gegenzug "schädliches Lachgas" bilden - nun: für den Menschen schädlich. Viele Bakterien freuen sich über diese Substanzen.

    Bakterien sind faszinierende Organismen. Sie können in ihrer Gesamtheit so viel mehr als die "höheren" Lebewesen. Sie würden es wahrscheinlich (wiederum als Gesamtheit) nicht merken, wenn alle Eukaryonten von der Erde verschwänden. Wir aber (ebenfalls Eukaryonten) können ohne Bakterien nicht überleben.

    Ich würde mich freuen, weitere Bakterien mit spannenden Stoffwechseleigenschaften kennenzulernen, als neue Facetten in der immensen Vielfalt der biologischen und chemischen Umwelt.
  • Unter Niveau

    24.10.2009, G. Fuchs
    Der Artikel entspricht nicht dem, was ich mir von
    Spektrum erwarte. Der Text ist von verschiedenen Quellen
    ohne viel Sinn und Verstand abgeschrieben, was daran zu
    erkennen ist, dass für ein und dieselbe physikalische
    Größe - nämlich die Leistung verschiedene Enheiten
    benutzt werden, nämlich Terawatt Stunden/Jahr und
    PetaJoule/Jahr.
    Bei der Angabe von 15,1% des Anteils der erneuerbaren
    Energien ist dem Autor anscheinend der Unterschied
    zwischen installierter Leistung, mittlerer Leistung
    und auch die Tatsache, dass wir Energie für Heizung,
    Verkehr und elektrische Geräte verbrauchen nicht ganz
    in seiner Bedeutung klar. Es gibt einen Unterschied
    zwischen verbrauchter Energie und Nutzenergie (Wirkungsgrad).
    Man darf eben nicht einfach die Daten, die Herr Gabriel, der
    gewesene Umweltminister wegen seiner speziellen Vorlieben
    benutzt, einfach abschreiben.
    Eine sichere Versorgung mit elektrischer Energie setzt voraus,
    dass die abgefragte Leistung zu jeder Zeit zur Verfügung steht.
    Das ist ohne Speicherung (über Wochen oder Monate) mit erneuerbaren
    Energien nicht möglich und technische Energiespeicher gibt es zur
    Zeit nicht und sind auch nicht kurzzeitig zu realisieren.
    Wenn der Autor das Wüstenprojekt nicht mag, hätte er sich besser
    über die technischen Schwierigkeiten und Kosten (unter Wasser Kabel)
    informieren sollen.
    Eines hat mir aber gefallen: In letzten Abschnitt wird auf die Arbeiten
    von Bruno Latour aufmerksam gemacht.
    Ich habe das Abhänger der Hitler Bilder und die Auslagerung der Lenin,
    Kalinin und Genossen Statuen in den Pushkin Park gesehen. Mich würde es
    freuen, wenn auch die Verschandelung der Landschaft durch Windmühlen
    obsolet würde, ohne dafür auf Kohlekraftwerke zurückzufallen und
    kurzzeitig unsere Energieresoucen zu verbrauchen.
    Ich empfehle, die Gedanken von Latour auch auf die eigene Phantasie anzuwenden.
  • Zunehmend Vermutungen (zur Stellungnahme von Prof. Rebhan)

    24.10.2009, Wolfgang Pfannkuchen, 71254 Ditzingen
    Herr Rebhan weist in seiner Einleitung auf eine um sich greifende Unsitte hin, nämlich die, dass zunehmend Veröffentlichungen publiziert werden, die sich in Vermutungen und nicht beweisbaren Spekulationen ergehen. Frei nach dem Motto: Solange das Gegenteil nicht bewiesen werden kann ist jede Hypthese erst einmal gültig. Da es an überprüfbaren Fakten fehlt, ja nicht einmal Vorschläge zur Überprüfung gemacht werden, ist solchen Veröffentlichungen jeder wissenschaftliche Wert abzusprechen.

    Der Grund für dieses Verhalten liegt im Zwang zur Veröffentlichung und im Druck durch den in die Wissenschaft eingeführten Wettbewerb. Das Ergebnis sind entweder pseudowissenschaftliche Spekulationen oder, wie in der Medizin, immer wieder aufgedeckte Manipulationen.

    Wissenschaftler, die sich mit Einsteins Theorien beschäftigen und sogar Zweifel anmelden, rate ich, sich an ihm zu orientieren. Einstein hat zu seinen Vorhersagen in der Regel Experimente beschrieben, mit denen seine Theorien überprüft werden können. Auch wenn die Technik noch nicht so weit ist, ist es doch wichtig neue Hypothesen so weit zu denken.

    Von der Spektrum-Redaktion wünsche ich mir, Veröffentlichungen in dieser Hinsicht auf ihre Seriosität zu prüfen und nicht jede Spekulation zu veröffentlichen.
  • Wäre das schön

    21.10.2009, Paul R. Woods, Neumagen-Dhron
    Was mir schon alles aus dem Gepäck gezogen wurde - u.a. Erdnussbutter, Rasierschaum, Aftershave. Das würde dann endlich aufhören.
  • Ablenkung?

    20.10.2009, Dr. Dieter Meinert
    Kann es sein, dass jemand auf Grund der geringen vorhandenen Impfdosen die Bevölkerung zum Impfverzicht animieren will?

    Dann könnte man auf eine Rationierung verzichten, da für die impfwillige Restbevölkerung die 50,2 Millionen Dosen für die Grundimmunisierung ausreichen würden.

    OK, das klingt gewaltig nach Verschwörungstheorie, aber genau diesen Eindruck erweckt die Tagespresse zur Zeit.
    Vielleicht sollte diese Presse gelegentlich etwas genauer hinsehen, bevor sie anfängt zu schreien.
  • Kosmisches Zusammenspiel

    20.10.2009, Dr. Dieter Meinert
    Wenn man die beiden in diesem Artikel erwähnten Hypothesen zusammen mit der Chicxulub-Hypothese betrachtet, könnte dieses Zusammenspiel
    Meteoriteneinschlag I -> Verdunkelung
    Meteoriteneinschlag II -> erneute Verdunkelung
    Erhöhter Vulkanismus
    Erhöhtes Kohlendioxid
    Erhöhtes Algenwachstum durch höheres Nährstoffangebot
    Umweltvergiftung durch Cyanoalgen
    zum langsameren, aber sicheren Aussterben der Großsaurier geführt haben.

    Vielleicht waren der Chicxulub- und der Shiva-Meteorit aneinander gebundene Protoplaneten, welche, wie Erde und Mond, einen gemeinsamen, leicht verschobenen Orbit um die Sonne beschrieben.
    Dann wären sie innerhalb weniger Jahre hintereinander auf die Erde gestürzt, dies hätte garantiert stärkere Auswirkungen auf das Leben als ein Einzelereignis.

  • 200 000 Dosen Celvapan für ca. 650 000 Schwangere?

    20.10.2009, Max Maier, Erding
    Etwas merkwürdig finde ich es schon, wenn nur 200 000 Dosen von dem adjuvansfreien Serum bestellt wurden. Die Geburtenrate in Deutschland beträgt ca 650 000 pro Jahr. Für alle schwangeren Frauen und alle anderen, die sich vielleicht mit dem adjuvansfreien Serum impfen lassen wollen, reicht diese Menge wohl kaum. Dass sich deshalb jemand fragt, für wen die 200 000 Dosen wirklich bestellt wurden, ist nachvollziehbar.
  • Genau!

    16.10.2009, M. Uhlmann, Chemnitz
    ...und weil die Higgs-Teilchen ja der Materie erst ihre Masse verleihen, werden sie es in dem Fall besonders gut meinen und mit der Masse nicht geizen - nämlich solange nicht, bis genügend Masse zusammengekommen ist. Bis dann endlich ... na was wohl entsteht?

    Richtig! Das schwarze Loch, in das dann alles unwiederbringlich hineinfällt, auch die Higgs-Teilchen und niemand wird je von ihnen erfahren...
  • Hashwerte sind nicht ein-eindeutig

    16.10.2009, Martin Bitter, Mehrhoog
    Das in dem Artikel erwähnte Verfahren, Hashwerte zu verwenden, verringert den Aufwand Dat(ei)en zu vergleichen enorm, ist aber nicht ein-eindeutig. Zwar stimmen Daten, die unterschiedliche Hashwerte erzeugen, mit Sicherheit nicht überein, umgekehrt ist dem aber nicht so. Daten, die gleiche Hashwerte erzeugen, können durchaus unterschiedlich sein (Kollision). Dies liegt letztendlich daran, dass es unmöglich ist die Informationsmenge von z. B. 5kb auf nur 160 bit (SHA-1) oder gar 128 bit (MD5) abzubilden.
    Bei gleichem Hashwert müssen also, um völlig sicher zu gehen, die Originaldaten verglichen werden, d.h. sie müssen zu diesem Zeitpunkt noch zu Verfügung stehen.
    Um den Sachverhalt zu verdeutlichen, verwenden wir exemplarisch Quersummen um Hashwerte zu erezugen.
    Quersumme von 1234 = 1+2+3+4 = 10; Quersumme von 1235 = 1+2+3+5 = 11 → unterschiedliche Daten (Zahlen) führen zu unterschiedlichen Quersummen.
    Quersumme von 1234 = 1+2+3+4 = 10; Quersumme von 4321 = 4+3+2+1 = 10 → unterschiedliche Daten (Zahlen) führen zu gleichen Quersummen.
    Festzuhalten bleibt: Am Schluss einer verantwortungsvollen Suche steht der Vergleich der Originaldaten! Dies bedingt einen erhöhten Aufwand. Ob die Betreiber von Datenfusion diesen Aufwand treiben wollen oder können?
  • Klobürsten der Wissenschaft

    16.10.2009, Egbert Scheunemann, 22769 Hamburg
    Dieses filigrane, transparente, ins dunkle Nichts des Ozeans gehauchte wunderschöne Ringelwürmchen als "Klobürste" zu titulieren, ist doch wohl Ihre textredaktionelle Fehlleistung des Jahres! Säcke voller Asche auf Ihr Haupt! Fast wäre ich geneigt, Ihnen eine (natürlich fabrikneue) Klobürste zuzuschicken, damit Sie sich diese als Mahnmal ins Redaktionsregal stellen können. Gleich neben dem Wasserkocher und dem Gruppenbild vom letzten Betriebsausflug.
  • Endlich eine Theorie zu Murphy's Law.....

    15.10.2009, Peter Kempf
    Ich empfehle den Autoren, ihren Formalismus auf die bisher nur empirisch abgestützten murphyschen Gesetze anzuwenden. Weiterhin liefert die Theorie einen wissenschaftlichen Unterbau für den Fatalismus.

    ;-)

    Peter Kempf
  • Beachtenswert - keine Scherzabsicht erkennbar

    15.10.2009, Rudolf Uebbing, Dortmund
    Beachtenswert ist der Artikel zum Thema "Higgs-Teilchen aus der Zukunft...." schon, da die ursprünglichen
    Wissenschaftsautoren mehrere mathematisch tiefbegründete Facharbeiten dazu bereits veröffentlicht haben, so dass keinesfalls an eine Scherzabsicht dieser Wissenschaftler geglaubt werden kann.

    Rudolf Uebbing
  • Liebe und böse Higgs-Teilchen?

    15.10.2009, Bernhard Folz, München
    Also, der Test mit dem Kartenspiel ist ja sicher ein interessanter Vorschlag, aber ich bezweifele doch, ob dieser die zugrunde liegende Theorie belegen kann. Um meine Gegen-Theorie darzustellen, gehe ich von drei Möglichkeiten aus:

    1. Die Higgs-Teilchen aus der Zukunft haben das unweigerliche Bestreben, ihre Entdeckung zu verhindern. Auf welche Weise diese Verhinderung geschieht, ist ihnen jedoch völlig gleichgültig. Dann wird der Kartentest wohl den ganz normalen Wahrscheinlichkeitsregeln folgen, denn ob das Experiment wegen der Karten abgebrochen wird oder wegen fortwährender Unglücksfälle, ist ja nun völlig egal.
    2. Die Higgs-Teilchen aus der Zukunft wollen nach wie vor ihre Entdeckung verhindern, sind aber richtig lieb. Dann werden sie dafür sorgen, dass der Kartentest so verläuft, dass der LHC stillgelegt wird. Das spart den Menschen viel Geld und viele Frustrationen. (Die Higgs-Teilchen bekommen allenfalls Gewissensbisse, weil sie Tausende von Physikern und Praktikanten um Ihre Arbeit gebracht haben.)
    3. Die Higgs-Teilchen aus der Zukunft wollen ihre Entdeckung unbedingt verhindern, und sie sind zudem sehr, sehr böse. Dann werden sie natürlich dafür sorgen, dass der Kartentest ergibt, man solle die Experimente fortsetzen. Die Physiker werden dann bettelarm und ihr ganzes Leben lang von Unglücken heimgesucht.

    Fazit: Der Kartentest prüft nicht die Theorie von Nielsen und Ninomiya, sondern ermittelt, ob die Higgs-Teilchen lieb oder böse sind oder ob denen die Sache doch ziemlich wurscht ist! ;-)
  • Das ist kein Kartenspiel,...

    14.10.2009, Heiko Drawe, Germering
    ... das ist ein preiswertes Experiment.
    Es sollte durchgeführt und das Ergebnis veröffentlicht werden.
    Beste Grüße
    Heiko Drawe
  • "Missing Link"

    12.10.2009, Andrea Kamphuis
    Sehr geehrter Herr Jahn,

    vielen Dank für Ihre kritischen Anmerkungen zum Ida-Hype! Die Tendenz zur sensationalistischen Selbstvermarktung in den Naturwissenschaften erfüllt mich mit Sorge, weil so unter Umständen eine "PR-Rüstungsspirale" in Gang gesetzt wird und Forscher, die ebenfalls bedeutende, aber unspektakuläre Arbeit leisten, es immer schwerer haben, in der Öffentlichkeit und bei potenziellen Geldgebern Anerkennung zu finden. Gut zu wissen, dass andere solche Übertreibungen ebenfalls skeptisch sehen - (auch) dazu ist Wissenschaftsjournalismus da.

    Mit freundlichen Grüßen