Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Bedeutung der Gliazellen

    02.10.2008, Prof. Dr. Manfred Blank
    Bereits A.E. Kormüller hat in den 50er Jahren auf die enorme neurophysiologische und neurobiochemische Bedeutung der Gliazellen hingewiesen und mit Hife von elektroschockbehandelten Kaninchen aus deren Extrakten Krampfpotenziale nach Flickerreizstimulation erheblich dämpfen können. Desgleichen wurden mittels gekreuzter Kreisläufe bei einem Tier mittels Tiefenelektroden im Hypothalamus induzierter Schlaf im angeschlossenen Versuchstier im EEG Schlafspindeln nachgewiesen und eine Verminderung von Betawellen registriert.
  • Vorkommen von Verletzungs-Transfektionen

    02.10.2008, Dr. Frank Subke, Mehlingen
    Frau J.L. Nelson demonstriert eindringlich den diaplazentaren Zellaustausch zwischen Mutter und Kind, was jeweils zu einem Chimärismus heterologer Zellen führt. Erstaunlich ist dabei die plazentare Passage, bei der eigentlich selbst größere Moleküle zurückgehalten werden sollten und die sich möglicherweise auf Mikroläsionen (arterielle Hypertonie, mechanische Einflüsse etc.) gründet, wie auch die immunologische Resistenz dieser mitunter langlebigen Fremdzellen mit ihren beschriebenen autoimmunologischen Konsequenzen.

    Ein wichtiger Aspekt bezüglich eines inter-individuellen Zellaustausches (neben dem des iatrogenen Mikrochimärismus) wäre demnach die Frage nach dem generellen Vorkommen von Verletzungs-Transfektionen, wie es sich bei einigen Krebsarten zu offenbaren scheint. So wird beim epidemiologischen Gesichtskrebs des tasmanischen Beuteteufels (Sarcophilus harrisii) die Möglichkeit einer Übertragung durch Krebszellen auf Verletzungen im Gesicht diskutiert, die durch innerartliche Kämpfe zugefügt werden. Dieser “Devil Facial Tumor Disease" (DFTD) verhält sich ähnlich dem sexuell übertragbaren Sticker-Sarkom bei Hunden („Canine transmissible venereal tumor“).

    Ein anderer Aspekt eines Zelltransfers wäre die autologe, dystopische Versprengung von Zellen, wie sie bei der Endometriose (adulte Stammzellen?) auftritt, also der pathologischen Versprengung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus.
  • Die Jagd zum Nordpol

    01.10.2008, Erhard Oeser
    Alle Zitate in diesem Buch ebenso wie die Abbildungen stammen aus den Originalwerken und sind nach der heute in der Wissenschaft üblichen Zitierungsweise mit genauer Angabe der Seite in den im Literaturverzeichnis angeführten Originalwerken nachgewiesen. Die Bebilderung ist also keineswegs mit "einem Jugendbuch aus der Karl-May-Schule" zu vergleichen.
  • Wer hat Angst vorm Schwarzen Loch?

    01.10.2008, Eva Stupar
    Die Durchführung höchst umstrittener, riskanter und unethischer Versuchsreihen am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf steht kurz bevor.
    Kritische Stimmen – besonders jene renommierter Wissenschaftler – verhallen beinahe ungehört. Warum wurde bislang keine entsprechende Expertenkonferenz einberufen? Verkommt die Physik zum Glücksspiel, zur Religion? Sollen wir beten? Beten, dass jene Physik-Propheten Recht behalten, die die Entstehung stabiler und semi-stabiler Schwarzer Löcher im Zuge dieser Versuche - und ihrer eigenen nuklearphysikalischen Wahrsagerei folgend - für ausgeschlossen halten?
  • Was ist uns die Grundlagenforschung wert?

    01.10.2008, S. Kiefer
    Erschreckend welche Mischung von Gutgläubigkeit und Desinteresse bezüglich der "Weltmaschine" in meinem Umfeld kursiert:

    Ingenieure sagen: "Die Physiker wissen schon, was sie tun."

    Nicht-Wissenschaftler entgegnen: "Schwarze Löcher auf der Erde - so was gibt es doch nur im Science-Fiction!"

    Von Physikern höre ich gedankenlose Phrasen wie: "Dass mini black holes zu einer Gefahr werden, ist nur EIN Szenario unter vielen möglichen. Es ist rein spekulativ." Mit dem zynischen Nachsatz: "Und wenn doch schwarze Löcher entstehen, die Materie akkumulieren und die Erde verschlingen - dann kann man wenigstens niemanden zur Verantwortung ziehen."

    Bei so viel Dummheit und Verantwortungslosigkeit tun sich vor mir Abgründe auf!

    Die Physiker wissen in diesem Fall NICHT, was passiert - sonst bräuchten sie kein Experiment durchzuführen.

    Und bezüglich der Hypothesen: Diese implizieren die Möglichkeit einer Entstehung der mini-schwarzen-Löcher, sofern Extra-Dimensionen existieren. Das Auftreten von schwarzen Löchern ist zwar spekulativ, aber dennoch möglich.

    Wie Jonathan Ellis (LSAG, i.e. LHC Safety Assessment Group) suggestiv in die Zuhörermenge hineinfragte: "Hands up, those who really believe in extra-dimensions?", so möchte ich hier fragen: "Hand hoch, wer möchte sein Leben für ein Grundlagenexperiment zur Erforschung der Materie hergeben?"
  • Statistischer Test nicht überzeugend

    30.09.2008, Dominik Grathwohl, Vevey, Schweiz
    Ich stimme mit dem Autor voll überein, dass die Haut des rechten Unterarms einen anderen Bakterienartenmix beherbergt als die Haut des linken Unterarms. Jedoch bin ich der Überzeugung, dass die Ursache eine reine Zufallsschwankung ist und nicht darin zu begründen ist, weil es sich um den rechten oder linken Arm handelt. Die Datenbasis für die Behauptung des Autors ist zu schwach. Die Anzahl und die Variation der verschiedenen Bakterienabteilungen ist zu groß, um aus einer Anzahl von 6 Versuchspersonen auf einen systematischen Unterschied zwischen dem linken und rechten Arm schließen zu können. Außerdem fehlt es auch an einer biologischen Erklärung. Der Autor oder die Autoren, deren Daten in dem Balkendiagramm auf Seite 64 vorgestellt sind, sollten einen Statistiker zu Rate ziehen, bevor sie mit solchen Behauptungen an die Öffentlichkeit gehen.

    Technischer Anhang

    Ein statistischer Test, der eine Aussage zwischen dem rechten und linken Unterarm testen soll, ist ein Test für gepaarte Daten. Eine Analyse der Bakterienabteilung als qualitatives Merkmal würde nur dann einen signifikanten Effekt ergeben, wenn im rechten Unterarm alle Versuchspersonen eine bestimmte Bakterienabteilung hätten und im linken wären diese nicht nachweisbar. Das ist aber nicht der Fall, wie man den Balkendiagrammen entnehmen kann. Eine Analyse der Bakterienabteilung als quantitatives Merkmale würde nur dann einen signifikanten Effekt ergeben, wenn für die Differenz zwischen dem rechten und linken Unterarm das Verhältnis vom Mittelwert dieser Differenz zur Standardabweichung dieser Differenz größer als 2.6 ist. Das mag vielleicht für eine Bakterienabteilung der Fall sein, aber sicher nicht für alle. Und falls das für eine Bakterienabteilung der Fall sein sollte, dann hätten die Autoren diesen Effekt für diese Bakterienabteilung voraussagen sollen, bevor das Experiment durchgeführt wurde und nicht, wie es leider nur zu oft der Fall ist, nachdem das Experiment durchgeführt war, diesen Effekt „entdeckt“ aus der Vielzahl von Bakterienabteilungen. Dann nämlich ist der Effekt mit großer Wahrscheinlichkeit falschpositiv.
  • ... ist doch sein Tod!

    30.09.2008, Dr.-Ing. Johannes Tille
    Bedauerlich, dass jetzt auch in "Spektrum" der Dativ dem Genitiv sein Tod ist. Wie soll man da dem Kohlendioxid in der Atmosphäre Herr werden?
    Antwort der Redaktion:
    Sie haben Recht. (Mit leisem Bedauern möchte man hinzufügen: bis auf Weiteres zumindest. Des verschwindenden Genitivs gedachte auch schon der "Zwiebelfisch".)
  • Warum schockierend?

    29.09.2008, Dr. Rolf Froböse
    Sehr geehrter Herr Greiner,

    Sie dürfen durchaus der Auffassung sein, dass es keine paranormalen Phänomene gibt. Das ist Ihre persönliche Meinung, die ich als Autor des rezensierten Buches gerne zur Kenntnis nehme und respektiere. Die Anzahl der dokumentierten Fälle spricht aber eine andere Sprache, und ich finde es begrüßenswert, dass sich die moderne Physik dieser Thematik öffnet. Die Geschichte der Naturwissenschaften beweist, dass die wichtigsten Impulse oftmals von so genannten Querdenkern kamen. Insofern wäre ich etwas zurückhaltender und würde die Aktivitäten internationaler Forscher nicht von vornherein als Humbug bezeichnen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Rolf Froböse
  • Schock!

    27.09.2008, Axel Greiner
    Es gibt keine "paranormalen Phänomene", deren "physikalische Deutung" ist schlimmster Humbug. Solch ein "Thema" in einer Zeitung mit wissenschaftlichem Anspruch vorzufinden ist für mich absolut schockierend.

    Mit freundlichem Gruß
    Axel Greiner



  • Religiös motivierte Skepsis?

    26.09.2008, Heinz Fey
    Antwort auf Leserbrief von Dr. Frank Jehle zum selben Artikel:

    Wenn Sie "Hölle und Untergang" realistisch und nicht nur symbolisch gemeint haben sollten, so
    liegt die Mutmaßung nahe, dass Ihre Befürchtungen wohl religiöser Natur sind.

    Nun gut. Das ist dann eine "natürliche" Einschätzung, die man gegenüber religiös orientierten Mitmenschen respektieren sollte.

    In Sachen "Higgs-Boson" müssen wir nun
    weiterhin noch etwas Geduld haben. Aber selbst nach dessen Nachweis sollten weitere neue Tore, nicht nur der Physik, durch "Wissenschaft und Forschung" aufgestoßen
    werden. Wissend, dass nicht jedes Forschungsergebnis
    ausschließlich zum Wohle, sondern leider auch
    oftmals zum Nachteil der Menschheit sich nutzen lässt (und genutzt wird), sollte der Forscherdrang weiterhin ungeschmälert fortgesetzt werden.
  • Spieglein, Spieglein … Spiegelzellen als Hirn-Mythos?

    24.09.2008, Werner Hahn, Gladenbach
    Gähnen ist ansteckend - aber diese Regel soll nicht für autistische Kinder gelten.

    Dass Menschen andere nachahmen, wird auf funktionierende Spiegelneurone zurückgeführt. Man nimmt an, dass deren Funktion bei Autisten eingeschränkt ist. Bei Autismus als einer Form der Beziehungsarmut und des Einkapselns in eine eigene Welt sei es nicht so, dass autistische Kinder zielgerichtete Bewegungen nicht wie gesunde Kinder ausführen können: Sie könnten sie „genauso gut“ imitieren – „teils sogar besser“, berichtet der Psychologe Rolf Degen in „bild der wissenschaft“ (11/2007).

    Eine Forschergruppe um die Neuropsychologin Antonia Hamilton vom Darthmouth College in den USA habe bewiesen, dass keine Störung des Spiegelneuronensystems die Ursache für Autismus sei. Nach Degen sei es „übertrieben“ anzunehmen, in den Spiegelzellen „die Basis für Imitation, Altruismus, Sprache und Kultur zu sehen“. „Wahrheit“ in Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus werde gefordert, kein „Hirnmythos“!
  • Schon seit fast zwei Jahren

    22.09.2008, Horst Köppl
    Da sitze ich in Österreich im September 2008 und lese "War es ein Gott?" Bin so berührt von der Literatur, dass ich im Netz nachschaue, was ich über Henning Genz erfahren kann. Und muss lesen, dass er bereits seit fast zwei Jahren da ist, worüber er so viel geschrieben hat - im Kosmos und eventuell bei der, wie er sagte, "durchsichtigen" Materie!
    Wo immer Sie sind, lieber Henning Genz, ich wünsche Ihnen eine gute Reise und freue mich, dass Sie jetzt noch mehr verstehen als vorher!
    Horst Köppl
  • Unfreie Meinungsäußerung

    19.09.2008, Dieter Krogmann
    Der Beitrag von Andreas Jahn deutet an, wie sehr auch der "moderne Mensch" geschickter Manipulation scheinbar zum Opfer fällt.

    Ein Grund der "ewig knappen Wahlergebnisse" in den USA ist aber auch das dort gültige "Mehrheitswahlrecht". Es siegt die Partei, die in den Wahlbezirken die Mehrheit errungen hat, und wenn es nur wenige Stimmen sind. Das hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Richtigkeit der Wahlen jedesmal angezweifelt wurden.

    Dieses Wahlrecht lässt letztlich nur zwei Parteien zu, die aber über Lobbyisten völlig politisch beeinflusst werden.

    Jede andere politische Strömung hat damit in den USA keinerlei politisches Gewicht, weil auf Grund dieses Wahlrechts Stimmen für andere Parteien einfach unter den Tisch fallen.

    Im Grunde ist die US-Demokratie damit eine Farce. Man spricht nicht umsonst schon lange von einer Plutokratie in den USA.

    Aus diesem Grunde wird auch hier in Deutschland von den machtorientierten Politgruppen mit einem solchen Mehrheitswahlrecht seit vielen Jahren geliebäugelt.

    Zieht man die Manipulationsmöglichkeiten über zutiefst im Menschen verankerte Verhaltensstrukturen in Betracht, so wird klar, wie die Massen letztlich beeinflussbar sind.

    Aber das wissen die erfolgreichen Agitatoren aus Politik und Wirtschaft schon lange.
  • Verstehe ich nicht

    17.09.2008, O.Meckes
    Da steht:
    Krähe schlägt Affe

    Dafür bewiesen sie in der nächsten Runde die erhoffte Transferleistung: Wieder ging es darum, die Falle vor einem Leckerbissen zu erkennen, doch dieses Mal nicht in einer Röhre, sondern frei auf einer geteilten Platte, die auf einer Seite direkten Zugriff erlaubte, während der zweite Happen von einem rechteckigen Loch versperrt wurde. Der visuelle Eindruck war also ein ganz anderer als zuvor -

    Wie kann ein rechteckiges Loch etwas versperren? Löcher sind i.d.R. dazu da, Durchgang zu schaffen....????
    Antwort der Redaktion:


    Hallo Herr Meckes,


    das war wohl missverständlich formuliert: Vor dem Leckerbissen war eine rechteckige Grube - die Krähe stand also vor demselben Problem wie zuvor mit der Röhre: Wie kommt sie an den Happen, ohne dass er unerreichbar in einem Loch im Boden verschwindet?


    Herzliche Grüße


    Antje Findeklee, Redaktion
  • Zeichnung

    16.09.2008, Oliver Meckes
    Der Zeichner scheint sich mit der Anatomie der Säugetiere nicht sehr intensiv beschäftigt zu haben. Er hätte sich vielleicht mal Robben anschauen sollen. Die Füße des Georgiacetus kommen arg "fischig" daher ... Säugetiere habe keine Gräten.
    ;-)