Saccharose w [von *saccharo- ], Rohrzucker, Rübenzucker, Sucrose, β-D-Fructofuranosyl-α-D-glucopyranosid, C12H22O11, der als Nahrungs-, Genuß- und Konservierungsmittel (Konservierung) am häufigsten verwendete Zucker (der „Zucker“ in der Allgemeinsprache), ein aus je 1 Molekül α-D-Glucose und β-D-Fructose aufgebautes Disaccharid ( vgl. Abb. ). Saccharose ist bei grünen Pflanzen das erste, nicht phosphorylierte Photosyntheseprodukt (nicht Glucose; Photosynthese) und stellt dort die Transportform löslicher Kohlenhydrate innerhalb der Leitungsgewebe dar. Sie bildet sich in Pflanzen aus Fructose-6-phosphat und UDP-Glucose, wobei nach Übertragung des Glucose-Restes von UDP-Glucose auf Fructose-6-phosphat (und Freisetzung von UDP; Uridin-5'-diphosphat) noch die Phosphatgruppe des Fructose-Restes abgespalten wird. Tiere und der Mensch können Saccharose nicht synthetisieren. Der Abbau von Saccharose erfolgt durch Saccharase (Invertase). Außer in fast allen Früchten ist Saccharose besonders im Zuckerrohr und in der Zuckerrübe (Beta) angereichert, deren Preßsäfte 14–21% bzw. 12–20% Saccharose enthalten und zur technischen Herstellung von Saccharose eingesetzt werden. Als schwache Säure bildet Saccharose (und andere von Saccharose abgeleitete Saccharide) mit den Kationen der Alkali- und Erdalkalimetalle Salze (Saccharate). Derivate der Saccharose (z.B. Ester oder Ether, Hydrierungs- oder Oxidationsprodukte) werden wegen ihrer biologischen Abbaubarkeit zu unschädlichen Produkten als Detergentien, Emulgatoren, Arzneimittel und anderes verwendet. Als Mittel zur Herstellung von Lösungen bestimmter Dichten wird Saccharose in der sog. Dichtegradienten-Zentrifugation (fraktionierte Zentrifugation [Abb.]) eingesetzt. Anhydrobiose, Fructane, Göttling (J.F.A.), Isomeratzucker, Kohlenhydrat-Malabsorption, Lampadius (W.A.E.), Marggraf (A.S.), Mitscherlich (E.A.), Payen (A.), Phloem, Pictet (A.), Raffinose, Saccharase-Isomaltase, Saccharose-6-phosphat; Dissimilation II , Kohlenhydrate I .



Saccharose



Saccharose bildet weiße Kristalle, die sich beim Erhitzen über den Schmelzpunkt (etwa ab 188 °C) unter Bildung von Karamel zersetzen. Da beide glykosidischen Hydroxygruppen substituiert sind, treten typische Reaktionen der Monosaccharide wie Reduktionswirkung, Osazonbildung und Mutarotation bei der Saccharose nicht auf. Durch säurekatalysierte Hydrolyse entsteht aus Saccharose ein Gemisch von Glucose und Fructose, das als Invertzucker bezeichnet wird.