Am Valentinstag lernt der schüchterne Joel zufällig die extrovertierte Clementine kennen. Sie fühlen sich trotz ihrer gegensätzlichen Persönlichkeiten sofort zueinander hingezogen. Das könnte der Beginn einer wundervollen, wenn auch vorhersehbaren Liebesgeschichte werden. Doch es kommt anders: Die beiden Turteltauben waren nämlich schon einmal ein Paar – ohne dass sie es wissen. Denn nach einem Streit ließ Clementine jede ­Erinnerung an die Beziehung ausradieren. Joel folgte ihrem Beispiel. Zu diesem Zweck musste er alle ihn an Clementine erinnernden Gegenstände mitbringen. Mit ihrer Hilfe erstellte ein Arzt eine neuronale Karte der zugehörigen Verknüpfungen in Joels Hirn – und die wurde anschließend gelöscht.

Natürlich ist diese Geschichte aus dem Film "Vergiss mein nicht!" nur der Fantasie eines ­Hollywood-Autors entsprungen. Doch die Fortschritte der Hirnforschung in den vergangenen Jahren vermitteln den Eindruck, dass wir davon gar nicht mehr so weit entfernt sind. Neurowissenschaftler können zwar noch kein komplexes Geflecht an Erinnerungen löschen – sie arbeiten aber seit Jahren daran, zumindest einzelne Inhalte aus dem Gedächtnis zu tilgen.

Marijn Kroes und seine Kollegen von der Radboud-Universität im niederländischen Nimwegen versuchten dies etwa mit Hilfe der Elektrokrampftherapie. Dabei werden über am Schädel angebrachte Elektroden elektrische Ströme ins Gehirn geleitet. Obwohl sie bei Laien keinen guten Ruf genießt, ist die Methode manchmal die letzte Hoffnung bei der Behandlung von schweren Depressionen …