Das Zika-Virus ist vor allem für Schwangere gefährlich. Es kann neurologische Schäden wie Mikrozephalie beim Ungeborenen oder Fehlgeburten verursachen. Forscher entwickeln gegen den Erreger daher schon verschiedene Impfstoffe, um die Ausbreitung des Virus von Mensch zu Mensch und über den Überträgerwirt, die Gelbfiebermücke, zu verhindern. Zudem testeten Mediziner jetzt auch eine viel versprechende Therapie, die bereits Erkrankten helfen könnte: eine Behandlung mit Antikörpern, die sich in ersten Versuchen an Mäusen zu bewähren scheint.

Zuvor hatten Wissenschaftler um James Crowe von der Vanderbilt University verschiedene Antikörper aus den weißen Blutkörperchen von zikainfizierten Patienten isoliert. Die in ersten Tests am meisten Erfolg versprechenden Immunmoleküle – monoklonale Antikörper, die eine Breitbandwirkung gegen verschiedene Zika-Stämme aus Afrika, Asien und Amerika zu haben schienen – injizierten Crowe und Co dann infizierten schwangeren Mäusen. Der Antikörper senkte die Zahl der Viren, die sich im Körper der Tiere festsetzen konnten. Zudem scheint die Therapie die Embryonen der werdenden Mäusemütter zu schützen: Behandelte Tiere hatten eine gesünder entwickelte Plazenta und bekamen größeren und schwereren Nachwuchs.

Offenbar lohnt sich der Antikörpereinsatz in Fällen, in denen eine Infektion von Schwangeren bekannt ist, zumindest bei Mäusen, fassen die Forscher zusammen. Ob sich dies auch beim Menschen bestätigt, muss noch untersucht werden. Denn immerhin sei der Aufbau der Plazenta – die für die Virusinfektion von großer Bedeutung ist – bei Mäusen und Menschen recht unterschiedlich. Die Wirkung der Antikörpertherapie sollte daher zunächst in Versuchen mit Primaten abgesichert werden, schlagen die Wissenschaftler um Crowe vor.