Nach dem Neumond Ende Januar sehen wir den Erdtrabanten nun abends wieder. Das Hinschauen lohnt sich besonders am 6. Februar, denn zwischen 18:00 und 3:30 Uhr MEZ zeigt uns der Mond erneut das Schattenspiel des "Goldenen Henkels". Bei diesem werden die Juraberge am Rand des Mare Imbrium (des linken Auges des Mondgesichts) schon beleuchtet, während die Regenbogenbucht Sinus Iridum noch im kalten Schatten liegt.

Wenige Tage später, am 11. Februar, tritt ein ganz besonderer Vollmond auf: Befände sich dann ein Astronaut auf dem Erdtrabanten, so würde er sehen, wie sich die Erde langsam vor die Sonne schiebt und unseren Heimatstern teilweise verdeckt. Die Positionen der Himmelskörper zueinander passen allerdings nicht ganz perfekt, und so kommt es zu einer Halbschattenfinsternis. Würde die Erde die Sonne für eine kurze Zeit komplett verdecken, so wäre von uns aus eine totale Mondfinsternis sichtbar, bei welcher der Mond in einem dunklen Rot leuchtet und daher noch wesentlich spektakulärer aussieht. Unser hypothetischer Astronaut würde dann am Mondhimmel einen schmalen rötlichen Ring vom vierfachen Durchmesser des Vollmonds sehen – den Saum der Erdatmosphäre, durch die das Sonnenlicht gestreut wird. Im Fall der Halbschattenfinsternis wird am 11. Februar der Mond an seinem nördlichen Rand ein wenig verdunkelt, der tiefste Eintritt in den Halbschatten ereignet sich um 1:44 Uhr MEZ. Die Halbschattenfinsternis beginnt gegen 23:30 Uhr und endet gegen 4:00 Uhr morgens. Von der zugehörigen ringförmigen Sonnenfinsternis, die sich am 26. Februar 2017 über Südamerika und dem südlichen Afrika ereignet, ist von Mitteleuropa aus leider nichts zu sehen.

Halbschattenfinsternis des Mondes vom 16. September 2016
© Thomas Wolf
(Ausschnitt)
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Am 16. September 2016 fotografierte Thomas Wolf auf dem Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion im indischen Ozean eine Halbschattenfinsterns des Mondes. Sie macht sich besonders am nördlichen Rand der Mondscheibe als Verdunklung bemerkbar.

Anfang Februar lässt sich der sonnennächste Planet Merkur am Morgenhimmel dicht am östlichen Horizont sichten, denn dieser erreicht seinen größten Winkelabstand zur Sonne. Da im Winter die Ekliptik, die Hauptebene des Sonnensystems, nahe der sich alle Planeten aufhalten, jedoch ziemlich flach über dem Horizont verläuft, gibt es nur ein kurzes Zeitfenster von 7 bis 8 Uhr morgens, um ihn vor der aufgehenden Sonne zu beobachten. Bitte achten Sie dabei auf Ihre Sicherheit und beobachten Sie Objekte so nahe an der Sonne nur mit größter Vorsicht. Ein kurzer Schwenk über die aufgehende Sonne kann Ihr Augenlicht schon irreparabel schädigen!

Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im Februar empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Mitte Februar gibt es eine weitere und höchst spektakuläre Sonnenfinsternis – leider etwas weiter weg im Sonnensystem, nämlich auf dem Jupitermond Ganymed. Der größte Jupitertrabant tritt in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar um etwa 1:43 Uhr MEZ in den Schatten des riesigen Gasplaneten ein, ist nach rund zehn Minuten komplett verfinstert und verschwindet somit für unsere Augen. Erst rund zweieinhalb Stunden später kommt Ganymed gegen 4:23 Uhr wieder aus dem Schatten seines Planeten hervor.

Der verfinsterte Ganymed verschwindet im Jupiterschatten (Computergrafik)
© Tobias Häusler / Stellarium
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Ganymed, der größte Mond des Riesenplaneten Jupiter, wird am frühen Morgen des 13. Februar gegen 1:43 Uhr MEZ in den Schatten seines Mutterplaneten eintreten, und zwar nahe der Position des eingezeichneten Fadenkreuzes. Oberhalb von ihm sind die Monde Io und Europa als Lichtpunkte im Teleskop zu sehen.

Derzeit ist ein Komet namens 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova am Himmel zu sehen. Er durchläuft gerade den geringsten Abstand zur Erde und bewegt sich deshalb sehr schnell am Nachthimmel. Mit etwa acht Bogensekunden pro Minute dürfte seine Bewegung im Teleskop recht deutlich sichtbar sein, insbesondere dann, wenn er an schwachen Hintergrundsternen vorbeizieht. Anfang Februar bewegt sich der Komet durch das Sternbild Adler und ist daher nur morgens zu sehen. Am 11. Februar befindet er sich schon unterhalb des Sternbilds Herkules; und eine besondere Fotogelegenheit könnte es am 21. Februar geben, wenn er den Coma-Galaxienhaufen im Sternbild Haar der Berenike durchquert.

Da 45P sein Perihel, seinen geringsten Abstand zur Sonne, schon hinter sich hat, wird er im Lauf der Zeit immer dunkler werden. Mit einer Helligkeit von zirka 8 mag sollte er aber derzeit in jedem Teleskop zu sehen sein. 45P zeigt auf aktuellen Bildern eine kugelförmige, hellgrüne Koma (den Kometenkopf) und einen dünnen, langen Staubschweif, doch leider keinen ausgeprägten Gasschweif.

Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova am 5. Januar 2017
© José J. Chambó
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKomet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova
José J. Chambó fotografierte vom spanischen Valencia aus am 5. Januar 2017 den Kometen 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova, der sich derzeit in Erdnähe befindet. Im Teleskop lassen sich die grüne rundliche Koma und ein langer zarter Staubschweif erkennen.

Zwei weitere Neuheiten am Himmel sind die Asteroiden (9) Metis und (14) Irene. Beide leuchten jedoch mit etwa 9,4 mag nicht besonders hell und sind somit nicht mit dem bloßen Auge zu beobachten. Die Asteroiden liegen aber schon in der Reichweite kleiner Teleskope und lassen sich mitten im Sternbild Löwe aufsuchen. Da die Sternbilder des Frühlingshimmels erst relativ spät in der Nacht zu sehen sind, sollte man am besten in der zweiten Nachthälfte nach ihnen Ausschau halten.

Aufsuchkarte für (9) Metis und (14) Irene
© Tobias Häusler / Easy Sky
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernAufsuchkarte für (9) Metis und (14) Irene
Im großen Sternbild Löwe lassen sich die beiden Asteroiden (9) Metis und (14) Irene schon mit einem kleinen Teleskop beobachten.