Nach den ereignisreichen letzten Wochen mit einer Mond- und einer totalen Sonnenfinsternis geht es im Sonnensystem jetzt wieder ruhiger zu. Der zunehmende Mond ist am Abend immer besser zu sehen und durchläuft am 6. September die Vollmondphase. Deshalb ist es sinnvoll, sich den hellen oder kompakten Himmelsobjekten zuzuwenden, die nicht so sehr vom hellen Mondlicht überstrahlt werden.

Andromedagalaxie Messier 31
© Tobias Häusler
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Tobias Häusler nahm die berühmte Andromedagalaxie Messier 31 im Juli 2015 von einem dunklen Standort in der Eifel auf und belichtete dafür rund eine Stunde. Er nutzte einen 80-Millimeter-Refraktor mit 480 Millimeter Brennweite.

Eines der hellsten und bekanntesten Objekte ist Messier 31, die große Andromedagalaxie, auch Andromedanebel genannt. Sie ist die Nachbargalaxie unserer Milchstraße und mit einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Lichtjahren das am weitesten entfernte Objekt, welches man noch mit bloßem Auge sehen kann. Ihre Ausdehnung am Himmel ist riesig. Die Andromedagalaxie erstreckt sich annähernd über ein Gebiet wie sechs Vollmonde nebeneinander. Unter guten Bedingungen ist sie leicht zu finden. Wir orientieren uns am so genannten Pegasus-Quadrat, an das sich das Sternbild Andromeda anschließt. Vom linken Stern Sirrah aus springen wir zwei Sterne nach links entlang der Andromeda. Beim Stern Mirach angekommen, müssen wir nun die zwei schwachen Sterne nach oben zu Ny Andromedae. Hier liegt die Galaxie und erscheint bei sehr kleiner Vergrößerung als langes graues Oval. Mit einem größeren Teleskop kann man auch zwei geschwungene Staubbänder um den Kern und die beiden Begleitgalaxien Messier 32 und Messier 110 erkennen. Anders als bei Emissionsnebeln, die nur bei ganz bestimmten Wellenlängen leuchten, dürfen bei der Beobachtung von Galaxien keine Filter verwendet werden. Ein Filter bringt hier keine Verbesserung, sondern verdunkelt nur das Bild.

Aufsuchkarte für die Andromedagalaxie Messier 31
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Die Andromedagalaxie Messier 312 lässt sich nördlich des Sterns Mirach im gleichnamigen Sternbild leicht auffinden.

Planetarische Nebel sind allerdings Emissionsnebel und profitieren sehr vom Einsatz von Nebelfiltern wie UHC oder bei einem größerem Teleskopdurchmesser OIII. Durch ihre geringe Winkelausdehnung beobachtet man sie am besten mit Vergrößerungen von mehr als 100-fach. Zurzeit sind viele Planetarische Nebel am Nachthimmel zu sehen. Die bekanntesten sind der Ringnebel im Sternbild Leier (Messier 57) und der Hantelnebel (Messier 27) zwischen den Sternbildern Pfeil und Schwan. Ein weiterer heller Nebel ist NGC 6210. Er erscheint im Teleskop etwa halb so groß wie der Ringnebel und ist mit 8,8 mag Helligkeit auch in kleineren Teleskopen schon sichtbar. Aber erst ab 20 Zentimeter Teleskopdurchmesser kann man hier Strukturen erkennen. Man findet den Nebel im Sternbild Herkules. Verlängert man die Linien seines charakteristischen Trapezes zu einem spitzen Dreieck, so sitzt der Nebel direkt an dessen Spitze.

Aufsuchkarte für den Planetarischen Nebel NGC 6572
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Im nördlichen Bereich des Sternbilds Schlangenträger befindet sich der Planetarische Nebel NGC 6572. Er leuchtet mit einer Helligkeit von 8,1 mag.

Der nächste ist NGC 6572. Dieser Planetarische Nebel ist fast gleich groß wie NGC 6210 und mit 8,1 mag etwas heller. Bei hoher Vergrößerung erscheint er oval und in größeren Teleskopen bläulich. Der Nebel befindet sich in der Nähe des nördlichen Teils des Sternbilds Schlangenträger.

Aufsuchkarte für den Saturnnebel im Wassermann
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Im Sternbild Wassermann befindet sich der Planetarische Nebel NGC 7009, dessen Anblick in größeren Teleskopen ein wenig an den Planeten Saturn mit den Ringen in Kantenstellung erinnert.

Der am südlichsten gelegene Planetarische Nebel dieser Aufzählung ist NGC 7009, auch Saturnnebel genannt. Im Teleskop erscheint er deutlich oval mit zulaufenden Spitzen. In größeren Teleskopen kann man an diesen Spitzen kleine Verdickungen erkennen. Daher erinnert der Anblick etwas an den Planeten Saturn mit den Knoten an der Seite als angedeuteten Ring in Kantenlage. Der Saturnnebel befindet sich zwischen den Sternbildern Wassermann und Steinbock, neben dem Stern Ny Aquarii. Mit 8,3 mag Helligkeit ist er ebenfalls schon mit kleineren Instrumenten gut sichtbar.

Bedeckungspfad des Asteroiden (6925) Susumu
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Der Bedeckungspfad des Asteroiden (6925) Susumu führt am 10. September 2017 von Großbritannien kommend über die Nordspitze Deutschlands. Der Asteroid bedeckt den 5,2 mag hellen Stern Sigma1 Tauri (HIP 21673) für rund 1,8 Sekunden und wird auf etwa 23 Kilometer Durchmesser geschätzt.

Gegen Mitternacht ist fast im Zenit der "blaue Schneeball" NGC 7662 zu sehen. Der Nebel ist etwas kleiner als der Ringnebel, aber dafür mit 8,6 mag ein wenig heller. Wie der Name schon sagt, erscheint der Nebel in größeren Teleskopen bläulich. Bei hoher Vergrößerung sieht man den blauen Schneeball als runden Nebel mit einem hellen u-förmigen Kern. Der Nebel liegt auf halbem Weg zwischen den Sternbildern Andromeda und Eidechse.

Aufsuchkarte für Sigma1 Tauri
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Im Sternbild Stier, nicht weit vom Hauptstern Aldebaran entfernt, befindet sich der 5,2 mag helle Stern Sigma1 Tauri (siehe Pfeil). Er wird am 10. September 2017 um 1:44 Uhr MESZ für rund 1,8 Sekunden vom Asteroiden (6925) Susumu bedeckt. Die Bedeckung lässt sich nur im äußersten Norden Deutschlands sichten.

Am 10. September um 1:44 Uhr MESZ wird der Asteroid (6925) Susumu den Stern Sigma1 Tauri für 1,8 Sekunden bedecken. Diese Sternbedeckung ist etwas Besonderes, denn der Stern ist 5,2 mag hell und daher mit bloßem Auge zu sehen. Der Bedeckungspfad beginnt über Großbritannien, streift Deutschland an der nördlichsten Spitze und führt weiter über die Ostsee nach Russland, danach über China und endet im Pazifik. Der Stern Sigma1 Tauri befindet sich im Sternbild Stier (lateinisch Taurus) ganz in der Nähe des hellen rötlichen Hauptsterns Aldebaran.