Rund 1400 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Orion befindet sich die Molekülwolke Orion-B, in der sich derzeit Hunderte von Sternen bilden. In dieser dynamischen Region befindet sich auch das Herbig-Haro-Objekt 24 (HH 24). Herbig-Haro-Objekte stehen in Zusammenhang mit jungen Sternen. Ihre Jets bestehen nur während einer kurzen Entwicklungsphase, die nur wenige zehntausend Jahre andauert. Die Aufnahme entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble im infraroten Licht mit den Weitfeldkameras 2 und 3 in vier unterschiedlichen Wellenlängen. Benannt sind diese Objekte nach den beiden Astronomen George Herbig und Guillermo Haro, die in den 1940er Jahren solche Gebilde erstmals im Detail beschrieben und einen Katalog dazu erstellten.

Das Herbig-Haro-Objekt 24 im Sternbild Orion (Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble)
© ESA/Hubble & NASA, D. Padgett (GSFC), T. Megeath (University of Toledo), and B. Reipurth (University of Hawaii)
(Ausschnitt)
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Rund 1400 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Orion befindet sich das Herbig-Haro-Objekt HH 24. Es enthält einen jungen Protostern, der dabei ist, große Mengen an Gas und Staub aus dem ihn umgebenden Raum aufzusammeln. Ein Teil dieser Materie bläst er in Form von zwei langen dünnen Gasstrahlen, den Jets, ins All zurück.

Ein Herbig-Haro-Objekt bildet sich, wenn sich in einer kollabierenden Gas- und Staubwolke bereits ein Protostern formt, der Materie aus seinem unmittelbaren Umfeld aufsammelt. Da diese wegen der Erhaltung des Drehimpulses nicht direkt auf den Protostern stürzen kann, bildet sich in seiner Äquatorebene eine massereiche Gas- und Staubscheibe: eine Akkretionsscheibe. Darin heizt sich die Materie durch Reibung auf und wird dabei teilweise ionisiert. Dadurch entstehen auch Magnetfelder, die dafür sorgen, dass ionisiertes Gas in Richtung der Rotationspole des Sterns in zwei kollimierten Strahlen, den Jets, abströmt. Der Protostern mit der umgebenden Akkretionsscheibe, auch protostellare Scheibe genannt, befindet sich auf diesem Bild in der Mitte zwischen den beiden Gasstrahlen und schimmert etwas durch die vorgelagerte Staubwolke hindurch.

Die Materie in den Jets bewegt sich mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Sekunde und trifft dabei auf die Gas- und Staubmassen der umgebenden Molekülwolke. Dadurch entstehen Stoßwellen, die sich in die Umgebung ausbreiten. Zudem strömt das Gas nicht gleichförmig vom Stern ab, sondern unterliegt Schwankungen in Geschwindigkeit und Dichte je nach Aktivität des Protosterns. Durch diese Materiefreisetzung räumt der entstehende Stern auch nach und nach seine unmittelbare Umgebung frei, bis er sich schließlich aus seinem Kokon vollständig befreit hat. Die meisten Sterne bilden sich jedoch nicht isoliert, sondern in Gruppen, und bilden daher Sternhaufen. Auf diesem Bild lassen sich einige der neuen Sterne erkennen, die sich gerade aus ihren Geburtskokons aus Gas und Staub befreien.