Eine Studie an 20 000 Männern in Hong Kong hat ergeben, dass ein Bluttest einen bestimmten Krebstyp, das Nasopharynxkarzinom, aufspürt, bevor sich erste Symptome zeigen. Wie die Gruppe um Dennis Lo jetzt im "New England Journal of Medicine" berichtet, detektiert das neue Verfahren genetisches Material des Epstein-Barr-Virus, das ins Erbgut der Tumorzellen eingebaut ist. Wenn die Zellen sterben, gelangt das genetische Material ins Blut, so dass die Forscher es dort finden. Etwa 1,5 Prozent der Versuchspersonen hatten tatsächlich das genetische Material des Virus im Blut, daraufhin untersuchten Ärzte sie endoskopisch auf Tumoren im Rachenraum. Bei einem Zehntel der Untersuchten fanden sie tatsächlich den Nasenrachenkrebs.

Das Nasopharynxkarzinom tritt in Südchina überdurchschnittlich häufig auf und ist mit dem Epstein-Barr-Virus assoziiert, das auch das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst. Normalerweise, so die Arbeitsgruppe um Lo, werde diese Art von Tumoren erst in einer vergleichsweise späten Phase gefunden, so dass etwa 40 Prozent der Erkrankten binnen fünf Jahren sterben. Dagegen identifiziert der als "liquid biopsy" bezeichnete Bluttest auf das Viruserbgut Krebs in einem frühen Stadium, indem er eine Unterpopulation aussiebt, in der die Wahrscheinlichkeit eines Tumors hoch genug ist, um eine aufwändige Vorsorgeuntersuchung zu rechtfertigen. Unter den über 19 000 negativ getesteten Personen wiederum entwickelte nur eine einzige die Erkrankung.