Sie sind von undurchdringlicher Schwärze, extrem dicht – und verschlingen sogar Licht, wenn es hinter ihren Ereignishorizont gerät: Schwarze Löcher faszinieren Astronomen wie am All interessierte Laien gleichermaßen wegen ihrer extremen Eigenschaften. Direkt nachgewiesen wurden die Schwerkraftmonster bislang jedoch noch nicht. Und wenn sich die These von Laura Mersini-Houghton von der University of North Carolina in Chapel Hill und ihren Kollegen bestätigt, dann ist das auch gar nicht möglich. Denn nach ihren Berechnungen könnte es Schwarze Löcher überhaupt nicht geben. Demnach kollabieren sterbende Sterne tatsächlich unter ihrem eigenen Gewicht und senden dabei die so genannte Hawking-Strahlung aus – der britische Physiker Stephen Hawking hatte sie 1974 postuliert; nachfolgend diente sie als indirekter Nachweis der Schwarzen Löcher.

Bis zu diesem Punkt stimmen auch Mersini-Houghton und Co mit ihren Kollegen überein. Doch führen sie nun an, dass die kollabierenden Sterne mit der Strahlung auch Masse ins All schleudern: Sie schwellen ein letztes Mal an und explodieren dann. Dabei verlieren sie allerdings so viel an Substanz, dass sie beim anschließenden Zusammenschrumpfen nicht mehr die kritische Masse eines Schwarzen Lochs mit der entsprechenden Dichte erreichen können. Es entstehe weder eine Singularität noch ein Ereignishorizont, so die Physiker, deren These allerdings ebenfalls auf reinen mathematischen Modellen beruht. Allerdings stehen sich bei Schwarzen Löchern ohnehin zwei fundamentale Theorien gegenüber: Die Gravitationstheorie sagt ihre Entstehung voraus, laut Quantentheorie dürfte jedoch keine Information im Universum jemals verschwinden – was bei den Schwarzen Löchern der Fall wäre. Zudem: Vor wenigen Monaten sprach sich auch Stephen Hawking gegen die Vorstellung eines Ereignishorizonts aus – die Schwarzen Löcher ziehen also sicher noch länger in ihren Bann.