Eine neu berechnete Computerprojektion zu den Auswirkungen des Klimawandels bestätigt vorherige Ergebnisse, sie zeichnet jedoch regionale Unterschiede innerhalb der Bundesrepublik deutlicher nach. Demnach erwärmt sich der Norden Deutschlands sowie das Alpenvorland stärker als der Rest des Landes, das insgesamt mit einer Erwärmung um 1,8 bis 2,3 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts rechnen muss.

Das von der privaten Firma Climate and Environment Consulting Potsdam im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Modell prognostiziert zudem dem Norddeutschen Tiefland bis zu fünfzig Prozent weniger Niederschlag, den Mittelgebirgen dagegen zumindest im Winter eine Zunahme. Insgesamt sollen die Sommer je nach Berechnungsgrundlage um rund ein Fünftel trockener ausfallen, die Winter zwischen 19 und 30 Prozent feuchter. Besonders betroffen von der sommerlichen Wasserknappheit wird demnach Nordostdeutschland sein, wo sich die Niederschläge halbieren könnten – bereits heute herrscht dort häufiger ausgeprägte Sommertrockenheit, die zu Waldbränden führt. In der Eifel, dem Hunsrück, Odenwald oder Spessart regnet es hingegen im Extremfall um 70 bis 80 Prozent mehr als heute.

In ihrer WETTREG (Wetterlagen-basierte Regionalisierungsmethode) legten die Potsdamer Forscher zwei unterschiedliche Szenarien zugrunde. Eine etwas günstigere Klimaentwicklung stellte sich demnach ein, wenn verstärkt erneuerbare Energien und Ressourcen schonende Technologien eingeführt würden. Bei starkem globalen Wirtschaftswachstum und in hohem Maße fortgesetzter Nutzung fossiler Brennstoffe wie Öl und Kohle fiele der Klimawandel in Deutschland wiederum deutlich stärker aus. (dl)