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Vakzine: Impfstoff gegen Pilzinfektionen entwickelt

Italienische Forscher um Antonella Torosantucci vom Forschungszentrum des Gesundheitsministeriums in Rom haben eine Verbindung entwickelt, die vor Pilzinfektionen schützen soll. Für den neuen Impfstoff kombinierten sie zwei Komponenten. Die erste entnahmen sie von dem Krankheitserreger selbst: Beta-Glucan – ein natürliches Polysaccharid, das sich in der Zellwand von Pilzen findet und bei ihrem Wachstum eine wichtige Rolle spielt. Um eine deutliche Immunantwort auf den Impfstoff zu erzielen, kombinierten die Wissenschaftler das ungefährliche Beta-Glucan mit dem weitaus weniger harmlosen Diphterie-Toxin.

Bei Versuchen mit Nagetieren zeigte sich, dass diese Impfung die vermehrte Produktion von Beta-Glucan-Antikörpern auslöste und die Tiere dadurch eine ansonsten tödlich verlaufende Pilzinfektion überlebten. Die Antikörper hefteten sich an die Zellwand der Invasoren und unterdrückten ihr Wachstum. Als nächstes wollen die Forscher den neuen Impfstoff am Menschen testen.

Pilzinfektionen sind zwar lästig und hartnäckig, stellen aber für gesunde Menschen keine größere Gefahr dar. Weniger harmlos sind die so genannten Mykosen für Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie es nach Krebsbehandlungen oder schweren Erkrankungen der Fall ist. Wenn der Erreger über die Blutbahn innere Organe befällt, können sich lebensgefährliche Komplikationen entwickeln. Einen Impfstoff gab es bislang nicht.

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