Katzen können zelluläre Defekte ihres zentralen Nervensystems reparieren und so Schäden einer neurologischen Erkrankung eindämmen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Regeneration von Myelin, berichten Forscher um Ian Duncan von der University of Wisconsin-Madison.

Myelin legt sich als Lipidmantel um gesunde Nervenfasern und gewährleistet die schnelle Übertragung von Signalen. Bei einer Reihe von Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie etwa multipler Sklerose, sind diese Isolierungen allerdings geschädigt oder sogar verschwunden. Je nachdem, welche Nerven betroffen sind, beeinträchtigt dies Empfindung, Wahrnehmung und andere Funktionen.

Duncan und seine Kollegen untersuchten schwangere Katzen, die unter fortschreitenden neurologisch bedingten Defekten wie Bewegungsstörungen, Sehverlust oder Lähmungen litten, nachdem sie für drei bis vier Monate bestrahlte Nahrung zu sich genommen hatten. Die Tiere wiesen eine schwere und großflächige Demyelinisierung von Neuronen des zentralen Nervensystems auf, so Duncan.

Gaben die Wissenschaftler den Tieren wieder gewöhnliches Futter, erholten sich diese langsam, bis nach weiteren drei bis vier Wochen alle verlorenen Funktionen wiederhergestellt waren. Zwar wurde jeder geschädigte Nerv mit neuem Myelin ausgebessert, berichten die Forscher, doch sind die reparierten Mäntel nicht so dick wie solche mit gesundem Myelin.

Auf Basis der neuen Erkenntnisse könnten womöglich neue Therapien für den Menschen entwickelt werden, um neurologische Erkrankungen zu behandeln, die mit dem Verlust oder der Beschädigung von Myelin zusammenhängen, während die Nerven selbst intakt bleiben. (mp)