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Neuseeland: Rattenknochen enthüllen Besiedlungsgeschichte

Aus dem Alter von Knochenresten...
Als die ersten Menschen mit ihren Booten nach Neuseeland vorstießen, hatten sie auch Ratten an Bord. Zwar ist bis heute nicht sicher, ob die Nager als blinde Passagiere mitreisten oder als Nahrungsquelle von den Neuankömmlingen mitgebracht worden waren. Doch fanden sich ihre Überreste auch auf den frühesten bekannten Siedlungsplätzen.

Nun haben Forscher um Janet Wilmshurst von Landcare Research in Lincoln (Neuseeland) aus den Knochen der eingeschleppten Tiere Rückschlüsse auf die undurchsichtige Besiedlungsgeschichte Neuseelands gezogen. Die ersten Menschen nahmen die Inseln demnach erst gegen Ende des 13. nachchristlichen Jahrhunderts in Beschlag – wesentlich später als in bisherigen Szenarien vermutet.

Mit der Radiokarbonmethode datierten die Wissenschaftler insgesamt 17 Knochen der Polynesischen Ratte (Rattus exulans) auf die Zeit zwischen 1280 und 1300 n. Chr. Damit sind die Überreste rund 1400 Jahre jünger als bislang angenommen. Die Forscher vermuten, dass die alten Proben – von anderen Wissenschaftlern zwölf Jahre zuvor an gleicher Stelle gesammelt – noch vor der Analyse verunreinigt worden waren. Für ihre neue Untersuchung zogen Wilmshurst und ihre Kollegen allerdings nicht nur Rattenknochen heran. Auch angeknabberten Samenkapseln, die eindeutige Bissspuren der Tiere aufwiesen, bestätigten ihre Datierung.

Christoph Marty

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