Die Oberfläche des Zwergplaneten Ceres, der seine Bahnen im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zieht, ist überwiegend dunkel. Doch was hat es mit den mehr als 130 hellen Flecken auf sich, die sich auf ihm verteilen? Und was befindet sich unter Ceres' zerkraterter Oberfläche. Der Antwort auf diese Fragen sind nun zwei Forscherteams um Maria Cristina de Sanctis vom Istituto Nazionale di Astrofisica in Rom und Michael Bland vom US Geological Survey in Flagstaff, Arizona näher gekommen. Sie werteten Daten des Visible and InfraRed Mapping Spectrometer und der Framing Camera an Bord der Raumsonde Dawn aus.

Bislang hatten Planetenforscher Wassereis und Sulfate als Ursachen für die helle Farbe der Flecken auf Ceres vermutet. Doch Studien von Bland und Kollegen an der Morphologie von Einschlagskratern, in denen die Flecken besonders deutlich zu Tage treten, widersprechen nun einem eisreichen Untergrund als Erklärung. Die spektroskopischen Daten aus dem nahen Infrarotbereich, die de Sanctis und ihre Mitstreiter ausgewertet haben, legen vielmehr das Kohlensäuresalz Natriumkarbonat als Grund für die Flecken nahe. Tatsächlich soll sich auf Ceres das größte Oberflächenvorkommen von Natriumkarbonat im ganzen Sonnensystem befinden.

Die Lage des Materials am tiefsten Punkt des von de Sanctis betrachteten Riesenkraters und Risse in den von Bland untersuchten Kraterböden deuten darauf hin, dass das Natriumkarbonat aus dem Inneren des Zwergplaneten stammt und entweder direkt im Anschluss an den Aufprall oder später an dessen Oberfläche trat. Dafür müsste das Salz aber in flüssiger Form vorgelegen haben, mutmaßen die Forscher. Es könnte demnach auch heute noch flüssige Vorkommen von Salzwasser unter der Oberfläche von Ceres geben. Welche Bedingungen allerdings dazu geführt haben könnten, dass dieses unter Ceres' Oberfläche entstand und länger erhalten blieb, ist weiter Anlass für Spekulationen.