Mitte April 2015 machte ein Video die Runde, das zeigt, wie eine Schimpansin aus dem Königlichen Burgers' Zoo in den Niederlanden eine Drohne vom Himmel holt. Das Flugobjekt war von einer Fernsehcrew losgeschickt worden und sollte die Tiere eigentlich aus nächster Nähe filmen. Doch Schimpansenweibchen Tushi hatte andere Pläne: Sie schnappte sich schon bei einem Testlauf einen langen Stock und nahm ihn mit aufs Klettergerüst. Als die Drohne dann erneut vorbeiflog, schlug sie gekonnt zweimal zu, das Gerät stürzte ab und war hinüber.

Jan van Hooff und Bas Lukkenaar vom Burgers' Zoo haben nun das Videomaterial noch einmal genauer gesichtet und den Vorfall unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten im Magazin "Primates" analysiert. Sie werten das Ereignis als Beleg dafür, dass Schimpansen den Gebrauch von Werkzeugen offenbar gezielt vorausplanen. Vor und während des Hiebs habe Tushi Grimassen geschnitten, und obwohl man ihr ihre Anspannung anmerkte, zeigte sie laut den Forschern keine Anzeichen von Furcht. Demnach schlug sie wohl mit voller Absicht auf die Drohne ein und nicht etwa aus Angst oder aus purem Reflex.

"Die Benutzung eines Stocks als Waffe war eine in diesem Kontext einzigartige Handlung", sagt van Hooff. "Sie scheint sehr durchdacht, wenn man bedenkt, dass die Schimpansin sich bewusst dazu entschied, den Stock vom Boden aufzuheben und an einen Ort mitzunehmen, von dem aus die Drohne attackiert werden konnte." Den Wissenschaftlern zufolge hat den Affen im Burgers' Zoo niemand beigebracht, Werkzeuge zu benutzen. Frühere Studien zeigten allerdings, dass die Tiere sich offenbar eine Menge bei den menschlichen Besuchern des Zoos abschauten. Unter anderem differenzieren sie bei der Benutzung von Werkzeugen nach Größe, Form und Gewicht von Gegenständen.