Schwitzen für die Wissenschaft – auf dem Laufband, dem Hometrainer oder beim Joggen im Gelände. Das mussten die Probanden, die an der University of California in Berkeley ein Gerät testeten, das die molekulare Zusammensetzung ihres Schweißes maß. Der Sensor wurde von Ingenieuren von verschiedenen kalifornischen Universitäten entwickelt und nun in der Fachzeitschrift "Nature" vorgestellt. Er kann in Echtzeit über elektrochemische Signale den Anteil an Stoffwechselprodukten und Elektrolyten im Schweiß feststellen. Anhand dieser Informationen werden die Körperfunktionen überwacht, und falls Gefahr droht – beispielsweise bei Flüssigkeitsmangel –, könnte der Benutzer gewarnt werden. Dazu werden die Daten kabellos auf ein Smartphone übertragen und ausgewertet. So würde der Träger kontinuierlich über bestimmte physiologische Parameter auf dem Laufenden gehalten werden.

Bisherige Sensoren waren entweder deutlich größer oder wurden auf der Haut aufgebracht und erst im Nachhinein im Labor ausgewertet. Der nun vorgestellte Sensor ist flexibel und passt in ein Schweißband für Arm oder Stirn. Dort ist er in direktem Kontakt mit der Haut, wo er die elektrischen Signale und die Hauttemperatur aufzeichnet. Ein angebundener Mikrochip wiederum filtert die Daten und sendet sie schließlich an das Smartphone, auf welchem eine App die Informationen aufbereitet. Die Forscher glauben, dass damit der erste Schritt hin zu tragbaren Geräten gemacht sei, die den Benutzer auf bedenkliche Situationen aufmerksam machen können, wie starke Müdigkeit, Austrocknung oder zu hohe Körpertemperatur. Denkbar wäre, die Sensoren in kommerzielle Kleidungsstücke zu integrieren oder auch für groß angelegte medizinische Studien einzusetzen.