Forscher um Conor Evans vom Massachusetts General Hospital in Boston entwickeln ein Pflaster, das vor einer Sauerstoffunterversorgung bei der Wundheilung warnt. Dazu soll den Patienten eine Art Sprühpflaster aufgetragen werden. Mit Hilfe eines Blitzlichts und einer Kamera kann der behandelnde Arzt anschließend erkennen, in welchen Teilen der Wunde zu wenig Sauerstoff vorhanden ist.

Einen Prototypen stellten die Forscher nun vor. Ihr Pflaster leuchtet blaugrün, wenn die Sauerstoffversorgung in Ordnung ist, und rot, falls nicht. Dazu integrierten sie zwei verschiedene Farbstoffe: Die blaugrüne Farbe stammt von einem neutralen Farbstoff. Sie bildet den Hintergrund, der ausschließlich dann sichtbar ist, wenn der zweite – der rote – Farbstoff "ausgeschaltet" wird. Er besteht aus einem phosphoreszierenden Material (Palladium-Porphyrin), dessen Leuchtkraft durch Sauerstoff unterdrückt wird. Ist die Haut also gut versorgt, scheint die blaugrüne Farbe durch und signalisiert "alles in Ordnung".

Um die Phosphoreszenz anzuregen, ist ein Blitz notwendig, um sie aufzuzeichnen, eine Kamera. Beides könnte über kurz oder lang mit gängiger Smartphonetechnik realisiert werden, hoffen die Forscher. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, ist zusätzlich ein sauerstoffundurchlässiger Film notwendig, der das Pflaster gegen die Umgebung abschließt.

Ziel der Entwicklung ist es laut den Forschern, Notfallmedizinern unter erschwerten Bedingungen, wie etwa in Krisengebieten, eine Möglichkeit an die Hand zu geben, rechtzeitig auf drohende Heilungsprobleme zu reagieren. Bisher seien Ärzte dabei auf den reinen Sinneseindruck angewiesen gewesen: Unterversorgte Wundstellen verraten sich mitunter optisch und durch ihren Geruch.