Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Tornado-Tage in den Vereinigten Staaten ist seit Mitte der 1990er Jahre gesunken. Dafür brauen sich nun aber die Windhosen an den Tagen häufiger zusammen, an denen die Witterungsbedingungen dafür wie geschaffen sind. Die Variabilität, mit der die gefürchteten Tornados entstehen, hat also in den letzten Jahrzehnten zugenommen, so Harold Brooks von der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA und seine Kollegen: Sie hatten Wetterdaten seit 1954 ausgewertet und mussten dabei unter anderem berücksichtigen, dass seitdem auch die Wetterbeobachtung Fortschritte gemacht hat. Über all die Jahre blieb dennoch die durchschnittliche jährliche Zahl der Tornados relativ konstant; seit den 1970er Jahren konzentrieren sich jedoch mehr Windhosen auf weniger Tage – und auf Monate mit ausgeprägten Stürmen folgen häufiger ereignislose Abschnitte. Während der letzten 15 Jahre traten dabei mehr Extreme (in beide Richtungen) auf als in den ersten 45 Jahren der Beobachtungsreihen.

Außerdem dauert die Tornado-Hauptsaison nun im Schnitt länger als in früheren Jahrzehnten: Sie beginnt früher im Frühjahr und endet später im Herbst. Allerdings ist dieser Trend ebenfalls nicht einheitlich, da auch die vier stärksten Spätstarter in die Saison in der jüngeren Vergangenheit auftraten – ein weiteres Indiz für die höhere Variabilität. Was sie verursacht, ist noch rätselhaft, ein Zusammenhang mit dem Klimawandel liegt für die Forscher aber nahe. Denn mit den steigenden Durchschnittstemperaturen wandelte sich auch die atmosphärische Zirkulation, die ebenfalls wechselhafter wurde – was als klassische Folge der Erderwärmung gilt. Allerdings kann man Tornados in Klimamodellen noch nicht abbilden, weil sie eine sehr kleinräumige Wettererscheinung darstellen: Sie "überfordern" bislang die Simulationen quasi.