Am 15. Februar 2013 zerplatzte der so genannte Tscheljabinsk-Bolide über der namensgebenden Stadt, in der zahlreiche Fenster wegen der Druckwelle zersprangen und rund 1500 Menschen in der Folge verletzt wurden. Seitdem ergründen Astronomen und Geowissenschaftler, woher der Meteorit kam und welche Spuren er hinterlassen hat. Laien verstörte vor allem, dass der Gesteinsbrocken scheinbar aus dem Nichts auftauchte: Er war zu klein, als dass er von Teleskopen hätte erfasst werden können. Allerdings zeigt sich nun, dass der Tscheljabinsk-Meteorit bereits 40 Minuten vor dem Impakt die Ionosphäre der Erde durcheinanderbrachte. Die Unregelmäßigkeiten tauchten in Aufzeichnungen des Super Dual Auroral Radar Network auf, das die obere Erdatmosphäre und Ionosphäre überwacht, so Oleg Berngardt vom Institute of Solar-Terrestrial Physics in Irkutsk, der die Daten auswertete.

Demnach veränderten sich die Wellenlänge und Amplitude des Signals, während der Meteorit in die Atmosphäre eindrang – bis er explodierte und die restlichen Trümmer abstürzten. Verursacht wurden diese Unregelmäßigkeiten wohl von einer sekundären akustischen Front, die aus einer überschallschnellen seismischen Welle hervorging, die die Passage und Explosion des Boliden auslöste. Ob man derartige Daten zukünftig für ein Frühwarnsystem nutzen kann, ist allerdings unklar – zu speziell waren die örtlichen Bedingungen, da gleichzeitig ein starkes elektrisches Feld im Hintergrund vorhanden war, so Berngardt.